Wilhelmshaven - An Ideen aus der Bevölkerung mangelt es im Westen der Stadt offenbar nicht, nur die Umsetzung gestaltet sich zuweilen schwierig. Das ist eine Erfahrung, die viele engagierte Bürger gemacht haben. Einige von ihnen kamen gestern zum WZmobil, das auf dem Wochenmarkt im Wiesenhof Station machte.
Die westlichen Stadtteile kämen oft zu kurz, beschwert sich zum Beispiel, die im trockenen WZ-Mobil Schutz vor dem Regen sucht und gleich etliche Anregungen mitbrachte: Die neue Linienführung der Busse sei nicht optimal und verbesserungswürdig. Zudem macht sie den Vorschlag, im Winter eine Eislauffläche auf dem Parkplatz an der Grundschule Wiesenhof anzulegen. Der müsste bei Minustemperaturen lediglich geflutet werden.
Was wird schon im Stadtwesten an gebührenfreien Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Senioren geboten?, fragt Ahrns-Klöfer. Ein Thema liegt ihr deshalb besonders am Herzen. Ahrns- Klöfer engagiert sich in der Bürgerinitiative für den Erhalt der Schule Neuende, die zurzeit rund zehn aktive Bürger zählt. Das historische Gebäude könnte als Begegnungsstätte oder als Familienzentrum für den Westen der Stadt fortbestehen das ist einer ihrer Vorschläge. Ebenfalls denkbar wäre eine Radlerherberge oder Unterkunft für Jugendgruppen. Seit der Schließung der Jugendherberge biete nur noch das Piratennest im Piratenamüseum auswärtigen Jugendgruppen eine günstige Unterkunft.
Es gibt kein Geld, laute indes das Standardargument der Stadtverwaltung. Doch das wollen die engagierten Bürger nicht akzeptieren. Die Initiative stecke in einem Teufelskreis: Ohne Mithilfe der Stadt könne kein handfestes Konzept erarbeitet werden. Ohne Konzept ließen sich aber keine finanziellen Mittel beantragen. Die Stadtverwaltung könnte einen Teil der Schule nutzen und so Kosten für angemietete Büros sparen, sagt Ahrns- Klöfer.
Eine Mitstreiterin der Initiative ist Anette Kruse-Janßen, die nach der Ratssitzung in der vergangenen Woche mehr als 1200 Unterschriften von Bürgern, die sich für den Erhalt aussprechen, an Oberbürgermeister Eberhard Menzel übergab. Reaktionen seitens der Stadt gibt es noch nicht, sagt sie und will diesen Zustand nicht auf sich beruhen lassen. Wir müssen das Thema in die Köpfe der Bürger und Politiker bekommen, sonst ist die Schule verloren. Überhaupt wünscht sie sich, dass die Stadt auf Vorschläge der Bürger eingeht. Viele haben gute Ideen, werden aber nicht gehört.
Klaus-Otto Janßenaus dem Europaring sieht das ähnlich, der die Bürgerinitiative ebenfalls unterstützt. Die Stadt zeigt zu wenig Interesse. Was Bürger bewirken können, zeige der Wochenmarkt im Wiesenhof, der auf eine Initiative des Aldenburger Bürgervereins zurückgeht.
In Wilhelmshaven gibt es zu viele Ecken, in denen nichts mehr zu finden ist daran erkennt man die zunehmende Verarmung, sagt indes Ingrid Tholen. Da sei der Wiesenhof noch gut ausgestattet. Ein Arzt, Supermarkt, eine Apotheke alles ist vorhanden, nur eine Begegnungsstätte fehlt im Stadtteil, betont sie. Tholen wohnt im Europaring, kommt aber regelmäßig auf den Wochenmarkt im Wiesenhof.
