Wilhelmshaven - „50 Jahre Musikschule“ – ein großes Logo auf der ersten Seite im Programmheft weist auf den runden Geburtstag 2022 hin. Dass der für 2023 geplante Umzug auf den Bildungscampus geplatzt ist und sich um mindestens zwei Jahre verschieben wird, hat die Stimmung im Jubiläumsjahr zwar getrübt, trotzdem wird auch das neue Semester all das bieten, was die Musikschule seit 50 Jahren auszeichnet.
Schon 2010 wurde die Idee geboren, die Musikschule am Bildungscampus Mühlenweg anzusiedeln. Die räumliche Enge an der Zedeliusstraße, der logistische Aufwand bei größeren Veranstaltungen, die meist extern stattfinden müssen, und die mangelnde Wahrnehmung des Standortes an sich böten auf Dauer keine Perspektive. „Und diese Situation hat sich über die Jahre eher noch verschärft“, sagt Katharina Sapozhnikov, Leiterin der Musikschule.
Wegen der Infrastruktur werde es zunehmend schwieriger, Personal für die Musikschule zu finden. Die schlechte Anbindung und explodierende Spritpreise mache sie gerade für Auswärtige immer weniger attraktiv. „Der Umzug auf den Bildungscampus ist die absolut richtige Idee. Der Standort ist bekannt, wird wahrgenommen. Er bietet mit dem Neuen Gymnasium, der Außenstelle der VHS und dem Kindergarten ein perfektes Umfeld. Dort lässt sich etwas aufbauen“, sagt die Leiterin.
Doch wann es soweit sein wird oder kann, weiß sie nicht. Zuletzt hatte die Stadt den Umzug für den Sommer 2025 angekündigt. Das war allerdings, bevor das Land Niedersachsen die Fördersumme von 600 000 Euro zurückforderte.
Am 13. November gibt das Neue Wilhelmshavener Sinfonieorchester unter der Leitung von Marcus Prieser um 17 Uhr ein Konzert in der St. Georgs-Kirche in Sengwarden mit Werken von Gioachino Rossini, Luigi Cherubini,Giacomo Puccini und Guiseppe Verdi. Karten gibt es in der Musikschule.
Ein Weihnachtskonzert ist für den 10. Dezember um 15 Uhr im VHS-Saal geplant.
Ein Tag der offenen Tür findet in der Musikschule am 21. Januar von 11 bis 16 Uhr statt. Vor Ort können dann fast alle Angebote auch einmal persönlich ausprobiert werden.
Die Musikschule hat sich mit der Situation so gut es geht arrangiert. „Wir mussten bei der Planung halt schauen, was wir anbieten können und was nicht“, sagt Katharina Sapozhnikov. Und anzubieten hat die Jubilarin – allen räumlichen Einschränkungen zum Trotz – eine ganze Menge.
Es beginnt mit dem Elementarbereich, der Kurse für Kinder von fünf Monaten bis zum Grundschulalter umfasst. Hinzu kommen 21 Angebote aus dem Instrumental- und Vokalbereich. Ob Blas-, Tasten- oder Saiteninstrumente – die Auswahl ist groß. „Kein eigenes Instrument zu besitzen, ist übrigens kein Hinderungsgrund, sich bei uns anzumelden“, betont die Leiterin. Zum einen verfüge die Musikschule selbst über einen gewissen Fundus an Leihinstrumenten, auch gebe es noch andere Möglichkeiten, das Instrument seiner Wahl zu leihen.
Apropos Instrument seiner Wahl: Nach wie vor hoch im Kurs stehen Schnupperstunden und Kurz-Abos, bei dem Interessenten in sechs Unterrichtsstunden bis zu drei Instrumente ausprobieren können, um sich zu entscheiden. „Alle Kurse stehen natürlich auch Erwachsenen offen“, so Katharina Sapozhnikov. Allgemeine Vor- oder Notenkenntnisse seien nicht erforderlich. „Es gibt bei uns auch einen Kurs ‚Notenlernen für Erwachsene’, der sehr beliebt ist.“
Weil Musizieren in der Gemeinschaft noch einmal so viel Spaß macht, gibt es zahlreiche Ensembles und Orchester, darunter das kleine Streich- und das Jugendsinfonieorchester, aber auch das Neue Wilhelmshavener Sinfonieorchester, für das aber eine hohe Qualifikation der Musiker erforderlich ist. Grundsätzlich stehen Orchester allen, nicht nur Kursteilnehmern der Musikschule, offen. Gleiches gilt für die hauseigene Band, wo Verstärkungen stets willkommen sind – aktuell vor allem am Schlagzeug.
Weitere Informationen zum Programm und Anmeldungen direkt in der Musikschule, Zedeliusstraße 1 (BBS 1, Heppens), und im Internet.
