WILHELMSHAVEN - Wie soll man etwas nennen, das erst die Form einer geöffneten Kapsel, dann die eines kugeligen weißen Faserbällchens hat, das in mehreren Schritten Teil von Fadenspulen und schließlich Teil eines Kleidungsstücks wird? Es handelt sich zwar um Baumwolle – aber doch auch um vieles mehr, insbesondere während der wechselnden Formen und Eigenschaften, die es annimmt und die ihm verliehen werden. Der Bühnenautor Philipp Löhle nannte es einfach 'Das Ding' und gab seinem Stück auch genau diesen Titel. Denn 'Das Ding' ist der Protagonist der dramatischen Handlung, in der der Weg der Baumwolle vom Anbau bis hin zur Weiterverwertung von Alttextilien im Mittelpunkt steht. Wie das alles funktioniert, erzählt 'das Ding' aus seiner eigenen Sicht. Die Rahmenhandlung bilden unterdessen jene Menschen, die mit 'dem Ding' während seiner Reise um den Erdball in Kontakt kommen.

'Das Ding' bildet den Auftakt der neuen Spielzeit der Jungen Landesbühne und feiert morgen, Freitag, seine Premiere im Studio in der Rheinstraße 91 in Wilhelmshaven.

'Unser Held, ,das Ding‘, wird von allen vier mitwirkenden Schauspielern nacheinander gespielt', sagte Carola Unser, Leiterin der Jungen Landesbühne, die die Regie führt. 'Wir haben uns für die klassische brechtianische Spielweise entschieden, bei der die Darsteller mehrere Rollen einnehmen und die Rollenwechsel, wenn auch im Hintergrund, so doch auf offener Bühne stattfinden.'


Zum Inhalt: Siwa lässt sich in Mali vom Entwicklungshelfer Beat zum biologischen Baumwollanbau überreden und erlebt ein finanzielles Desaster, während zwei junge chinesische Start-up-Unternehmer, die aus der Baumwolle Fußballtrikots für den Weltmarkt fertigen lassen, erste Erfolge verbuchen können. Als ihr Handel mit Sojabohnen ins Stocken gerät, hat dies Auswirkungen auf die rumänische Schweinezucht und dadurch auf das Essverhalten des Deutschen Thomas. Seine Frau Katrin wiederum stellt ein Foto von sich ins Internet, in das sich einer der chinesischen Unternehmer verliebt. Er reist nach Deutschland, wird enttäuscht und erschießt Katrin aus Versehen mit einer illegalen Waffe. Zu jenem Zeitpunkt trägt Katrin ausgerechnet das Trikot, in das 'das Ding' verwoben wurde.