Wilhelmshaven - Keine Frage: Es gibt schönere Einzelbilanzen. 0:6, 1:6, 0:6, 0:6, 1:6, 0:6 - Pascal Doose konnte in drei Spielen für Tennis-Nordligist Wilhelmshavener THC bislang nur dem Gegner gratulieren. Doch den 20-jährigen Wilhelmshavener stört das nicht. Dass die Spiele an Position zwei in der zweithöchsten Klasse im Winter das Etikett Himmelfahrtskommando tragen, war auf Grund der Unterschiede in den Leistungsklassen und dem WTHC-Verzicht auf ausländische Spitzenspieler klar. Als Teamchef Vladan Vasiljevic mich gefragt hat, ob ich trotzdem Lust habe mitzuspielen, musste ich nicht lange überlegen. Es macht doch Spaß, gegen so hochkarätige Gegner zu spielen.
Da war zum Beispiel der Saisonauftakt des WTHC bei Klipper Hamburg (0:6). Pascal Doose traf - in einer Traglufthalle auf Sand - auf Felipe Parada. Der Chilene ist zwar mittlerweile 36 Jahre alt und Platz 371 in der Weltrangliste ist auch schon mehr als ein Jahrzehnt her, trotzdem blieb Doose, zuletzt im Sommer für Landesligist Oldenburger TeV III aktiv, chancenlos.
Felipe hat mich permanent unter Druck gesetzt, wenig Fehler gemacht und mich nicht mehr aus der Rückhand-Ecke herausgelassen. Ich hatte nie das Gefühl, selber in die Offensive zu kommen. Trotzdem hätten es schon ein, zwei Spiele mehr sein können, die ich in den beiden Sätzen für mich entscheide.
Oder das 1:5 des WTHC beim Harvestehuder THC. Pascal Doose traf da auf einen meganetten Typen. Allerdings auch auf einen mega-guten. Der Schleswig-Holsteiner Alexander Todorov (19), 2015 mit dem deutschen Team U 16-Mannschafts-Europameister, steht vor dem Sprung in den internationalen Turnierbetrieb. 0:6 und 0:6 gingen die Sätze aus Dooses Sicht aus. Und auch der Eindruck, den Todorov hinterließ, war nachhaltig. Der Junge hat eine traumhafte Rückhand. Für mich war sie aber eher alptraumartig.
