Wilhelmshaven - In der Zusatzpremiere der Landesbühne Niedersachsen Nord Auch wenn wir gescheitert sind nach Tim Etchells gleichnamigem Text von 2011 zeigen Landesbühnen-Schauspieler Helmut Rühl und Regisseur Sascha Bunge eindringlich die Manipulationskraft der politischen Rede. Das Ein-Mann-Stück ist ein Monolog, eine Collage aus Fetzen politischer Reden von Barack Obama, George W. Bush oder Margaret Thatcher, die der britische Dramatiker entstellt, verfremdet, durch ihre Negation ad absurdum geführt hat.

Wohl kaum jemand wäre in der Rolle des namenlosen Redners besser aufgehoben als Helmut Rühl, der in seiner Vielseitigkeit brilliert, sich mal in Rage redet, brüllt, auf den Tisch haut, an anderer Stelle gutmütig die Hände der Zuhörer schüttelt. Rühl und Oberspielleiter Bunge verstehen es meisterhaft, den Zuschauern Macht und Manipulationspotenzial der Sprache vor Augen zu führen und dabei vor allem die komische Seite des Ganzen in den Vordergrund zu stellen.