Wilhelmshaven - Die Südstadt hat sich zu einem sehr attraktiven Stadtteil entwickelt, der weiterhin enorme Chancen birgt. Die südliche Wasserseite als Schokoladenseite der Stadt muss noch positiver dargestellt werden. Zudem soll es keine weiteren Verbrauchermärkte auf der grünen Wiese sowie Baugebiete am Stadtrand geben.

Darin waren sich alle Teilnehmer an der ersten Podiumsdiskussion von Radio Jade und der Wilhelmshavener Zeitung anlässlich der Kommunalwahl einig. 130 Zuschauer füllten den Saal im Hotel Kaiser. Es diskutierten Ratsbewerber der Parteien und Wählergemeinschaften im Wahlbereich Süd, der die Bereiche Innenstadt, Südstadt und Bant umfasst.?Thema Entwicklung der MarktstraßeProf. Günter Reuter (CDU) rief in Erinnerung, dass Verbrauchermärkte auf der grünen Wiese gegen die Stimmen seiner Fraktion angesiedelt worden sind.

Die Folge sei Leerstand in der Innenstadt. Die müsse aber gestärkt werden. Wohnen in der Stadt müsse die Devise sein. Eine wichtige Rolle falle auch dem neuen Oberbürgermeister zu, der wie ein Konzernmanager handeln müsse. Uwe Reese (SPD) gestand Fehler in Sachen Verbrauchermärkte ein und versprach eine Kehrtwende in dieser Frage. Er regte ein professionelles Stadtmanagement an. Die Gefahr, dass Kaufkraft via Internet abwandert, sah Dr. Frank Meyer (FDP).

Er sprach sich dafür aus, die Innenstadt optisch attraktiver zu machen. Eine Marktplatz-Atmosphäre mit vielen kleinen Geschäften regte Jennifer Nösges (WBV) für das ehemalige Jade-Einkaufszentrum an. Erika Lach (Grüne) appellierte an die Eigentümer der Geschäfte an der Marktstraße, ihre Flächen gerade in der Anfangszeit günstiger zu vermieten. Thema Entwicklungder SüdstadtEine sensationelle Entwicklung zum schönsten Stadtteil bescheinigte Reese seiner Südstadt.

Auch der Handelshafen sollte miteinbezogen werden. Dort sollte Kleingewerbe angesiedelt werden, so Claus Westerman (Basu). Die Bewohner der Südstadt müssen zu bezahlbaren Mieten dort weiterwohnen können, sagte Thomas Scheel (Die Linke).Stichwort Wiesbaden­brücke: Das Gelände sollte europaweit ausgeschrieben werden, meinte Walther Schäfer (Freie Wähler). Thema Banter SeeDen Grodendamm öffnen.


Diese Meinung vertrat Schäfer. Dem schloss sich auch Meyer an. Er befürchtet nur, dass eine solche Maßnahme am Geld scheitert.Um mehr Sachlichkeit warb Reese. Es habe keine Algenblüte 2011 gegeben. Laut Reuter werde die Sanierung mehrere Millionen Euro kosten. Für Flachwasserzonen und ein Fütterungsverbot sprach sich Lach aus. Scheel setzte sich für Renaturierungsmaßnahmen aus.

Aus einem U-Boot-Hafen könnte nicht mit Gewalt ein Badesee gemacht werden, merkte Meyer kritisch an. Es gebe genug Möglichkeiten, in Wilhelmshaven schwimmen zu gehen.Thema Tourismus Bontekai und SüdzentraleDie Museen müssten rund um den Großen Hafen konzentriert werden, so Reuter. Das Küstenmuseum werde nicht angenommen. Jähr­lichen Ausgaben von 860 000 Euro stünden nur Einnahmen von 60 000 Euro gegenüber.

Deshalb sei es richtig, dass die Wilhelmshaven Touristik undamp; Freizeit (WTF) dort ihre Urlauberzentrale einrichten wolle. Ein neuer OB sollte in Sachen Südzentrale mit dem Eigentümer verhandeln. Eine Renovierung sei nicht unter zehn Millionen Euro zu haben; hinzu käme noch der laufende Unterhalt. Der Südstrand sei sehr attraktiv trotz der Einleitungen von Regenwasser und Fäkalien. Ich gehe dort jeden Tag baden und sitze hier auch auf dem Podium, merkte Reese an.

Auch Varel und Eckwarden leiteten ein, dort störe sich aber keiner daran. Die Südzentrale könnte kulturell wie das Pumpwerk genutzt werden, merkte Nösges an. Nach dem Verlust der Geniusbank vermisste Scheel einen Sandstrand. Im Vergleich zum Wangerland und Ost-Friesland müsse Wilhelmshaven touristisch durch die hervorragenden Museen und eine tolle Marktstraße punkten, riet Meyer.

Schäfer wünschte sich eine attraktivere Verbindung zur Insel Helgoland nicht mit umgebauter Autofähre. Thema StadthalleAls einen historischen Fehler bezeichnete Reese den bis 2019 laufenden Mietvertrag, der pro Jahr eine Millionen Euro kostet. Das Umland, Oldenburg oder Aurich, hätten die Jadestadt mit neuen Arenen abgehängt. Man müsse über den Neubau einer großen Stadthalle nachdenken, in der auch Sport stattfinden könnte.

Dem schloss sich Westerman an. Ein Neubau wäre auch Lach lieber, ist aber wohl nicht finanzierbar. Das Gespräch mit dem Eigentümer suchen, wollte Schäfer. Keinen dringenden Handlungsbedarf sah Reuter in der Sache. Kaufen und selbst mit kleinen Geschäften betreiben, das wollte Nösges.In der Zuschauerfragerunde wurde die fehlende Beschilderung von der City zum Südstrand und die ungenügende Deichsicherheit im Bereich der 4. Einfahrt moniert.