Wilhelmshaven - Wenige Sekunden vor 11 Uhr vibrierten und schrillten im Stadtgebiet die Mobiltelefone – selbst stummgeschaltete Geräte schlugen Alarm. Auf den Bildschirmen der Hinweis, dass es sich um eine Probewarnung handelt, keine Gefahr bestehe (siehe Bild). Pünktlich um 11 Uhr heulten zudem die Sirenen in Wilhelmshaven laut auf. Warnungen liefen darüber hinaus auch im Rundfunk.
„Es war etwas kurios, als bei Leffers plötzlich etliche Kunden-Smartphones zur gleichen Zeit losschrillten und die Leute in ihren Taschen zu wühlen begannen“, bemerkte Susanne Siefken, die zu der Zeit gerade einen Einkauf in dem Textilgeschäft tätigte.
Kein Grund zur Panik
Grund zur Panik gab es allerdings nicht: Im Zuge des bundesweiten Warntags des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) wurden mobile und digitale Warnsysteme in ganz Deutschland lediglich getestet. Um 11.45 Uhr folgte mit einem eine Minute anhaltenden Heulton schließlich eine Entwarnung für den Probelauf, der aus Sicht des Leiters der Berufsfeuerwehr gut verlief.
„Es war ein voller Erfolg für uns. Nicht nur, dass alle Sirenen ausgelöst haben, sondern auch Dank der vielen Rückmeldungen aus der Bevölkerung, wodurch wir wissen, wo noch Bedarf besteht“, erklärte Josef Schun im Gespräch mit der Wilhelmshavener Zeitung. So wurde unter anderem deutlich, dass der Sirenenalarm für den Bereich Schaar/Aldenburg noch etwas zu verstärken ist.
Alarm nur im Ernstfall
Grundsätzlich ist ein solcher Großalarm über Sirenen nur dann vorgesehen, wenn ein Großschadensereignis eintritt, welches sehr viele Bürger betrifft – beispielsweise ein Deichbruch, eine Schadstoffwolke über der Stadt oder als Weckruf in der Nacht, wenn davon auszugehen ist, dass die Bürger anders nicht informiert beziehungsweise alarmiert werden können. Auch ein großflächiger Stromausfall könnte Anlass sein.
Kommt es tatsächlich mal zu einem solchen Ernstfall, sollten Bürger schnellstmöglich versuchen, sich über ein (batteriebetriebenes) Radio oder – sofern Strom vorhanden ist – über die Internetseite der Stadt (www.wilhelmshaven.de) weitere Informationen einholen. „Für den Echtfall wird es, wie zum Warntag auch, auf der Startseite Hinweise geben, dass etwas passiert ist und wie sich die Bürger verhalten sollen“, erklärt Schun.
Weitere Sirenen geplant
Derzeit gibt es in Wilhelmshaven elf stationäre Sirenen – fünf weitere sind vorgesehen und sollen im kommenden Jahr installiert werden. Zum Warntag waren zudem vier mobile Anlagen im Einsatz, um möglichst das gesamte Stadtgebiet abzudecken.
Dass der Warntag in Wilhelmshaven reibungslos über die Bühne ging, sei auch ein Verdienst der Freiwilligen Feuerwehren für ihre „tatkräftige Unterstützung sowie der Leitstelle, die die Vorplanung gewissenhaft vorgenommen hat.“
