Wilhelmshaven - Dass der Gasmarkt angespannt ist, liegt an der politischen Lage: Russland hat seine Gaslieferungen nach Europa reduziert – als politische Reaktion auf die Positionierung der EU im Ukrainekrieg. Die Angst vor dem Lieferstopp wächst. Deswegen hat Wirtschaftsminister Robert Habeck kürzlich die Alarmstufe in der Krisensituation ausgerufen. Das ist die zweite Eskalationsstufe im sogenannten Notfallplan Gas, mit dem die Regierung flächendeckende Ausfälle in der Versorgung verhindern will.

Die dritte und letzte Eskalationsstufe wäre die Notfallstufe, die ausgerufen würde, wenn es zu umfassenden Versorgungsengpässen käme.

Die aktuelle Alarmstufe hat für Privatkunden keine Auswirkungen, wie GEW-Chef Josef Thomann (Foto) erklärt. „Aber für große Firmen- und Industriekunden mit einem sehr hohen Verbrauch kann das bereits Einschränkungen in der Gasversorgung bedeuten.“

Um die Lieferketten möglichst lange zu erhalten, regelt der Staat in diesem Fall die Verteilung des Erdgases. Dafür agiert die Bundesnetzagentur als sogenannter Bundeslastverteiler Gas und stellt so die vorrangige Versorgung der privaten Haushalts- sowie Gewerbekunden sicher.