Wilhelmshaven - Die fixe Idee von „Wilhelms Outlet“ auf dem ehemaligen C & A-Grundstück an der Ecke Virchowstraße/Ebertstraße besteht im Internet nach wie vor, obwohl dieses vollmundige Versprechen (deshalb im Volksmund „Ehrenwortplatz“ genannt) des Projektleiters längst wie eine Seifenblase geplatzt ist. Die Objektgesellschaft, die das Ganze stemmen sollte, gibt es aber noch.

Die Volksbank ist neben einer Privatperson zu gleichen Teilen an der Projektgesellschaft Virchowstraße mbH und Co. KG Eigentümerin des rund 5500 Quadratmeter großen Grundstückes.

„Es gibt dafür diverse Interessenten“, sagte Norbert Philipp, Vorstandssprecher der Volksbank, auf WZ-Anfrage.

Mit einem Interessenten sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, die bis Ende dieses Monats befristet ist. Der Interessent soll dem Vernehmen nach auch Gespräche mit der Bauverwaltung der Stadt geführt haben. Was auf dem Areal gebaut werden soll, ist noch nicht bekannt. „Wir wissen das nicht“, so Philipp. „Ich gehe aber davon aus, dass wir bis Ende dieses Jahres mit einem Kaufinteressenten Einigkeit erzielen werden.“

Zuletzt war das baureife Gelände beim „Tag der Niedersachsen“ in Wilhelmshaven als Veranstaltungsfläche von der Volksbank an die Wilhelmshaven Touristik und Freizeit (WTF) vermietet worden.


Rückblick: Nach dem Vorbild der Kaiser-Wilhelm-Objektgesellschaft hatte es Gesellschaftsgründungen in Gelnhausen in Hessen, in Füssen und in Feuchtwangen im Allgäu gegeben. Immer mit im Boot war Projektentwickler Jan D. Leuze, der seinerzeit auch sein Ehrenwort gab, dass in der Jadestadt gebaut wird. „Wilhelms Vorzimmer“, so hieß das Projektbüro an der Virchowstraße 32, ist längst Geschichte; dort zieht bald ein Hörgeräteakustiker ein.

Immer war von Großprojekten die Rede, eines in einem innerstädtischen Kaufhaus (Gelnhausen), das andere im ehemaligen Schauspielhaus (Füssen). In Feuchtwangen sollte die in großen Teilen leerstehende Innenstadt mit einem Altstadt-Outlet wiederbelebt werden. Genau wie bei den Mammutprojekten wurde auch bei so manchem Namen für die Outlet-Center nicht gegeizt: So sollte es in Gelnhausen Barbarossa-Outlet heißen. In Füssen sollte zu Füßen des Schlosses des Märchenkönigs Ludwig II. von Neuschwanstein ein Outlet-Shopping-Center entstehen.

Die Machart war immer gleich. Vollmundig hieß nach dem Bewerbungsstart: Es gebe viele Mieter, lediglich die Finanzierung müsste noch gesichert werden – was letztendlich bis heute wohl nirgendwo gelang.