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Masterplan für Wilhelmshaven Wasserstoff-Produktionim Uniper-Kohlekraftwerk?

Gerd Abeldt

Wilhelmshaven - Der Energiekonzern Uniper arbeitet an einem Masterplan, in dem Überlegungen für die Zeit nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung gebündelt werden sollen. Ziel von Uniper ist es, mit Blick auf den für spätestens 2022 geplanten Abschalt-Termin Perspektiven für den Kraftwerk-Standort an der Jade und damit auch für Teile der derzeitigen Belegschaft zu entwickeln.

„Es gibt schon eine ganze Reihe von Ideen“, sagte Kraftwerksleiter Thomas Hohmann im Gespräch mit der Redaktion. Allerdings sei für einen Teil der Pläne ein Schulterschluss mit der Region erforderlich. Auch deshalb will Uniper heute auf einer Regional-Konferenz Vertretern von Kommunen und Wirtschaft sein Masterplan-Konzept vorstellen.

Der Energiekonzern stellt die Stromproduktion im Steinkohlekraftwerk Wilhelmshaven definitiv spätestens bis zum 31. Dezember 2022 ein. Dieser Termin sei bereits offiziell bekannt gegeben, so Hohmann. Betroffen davon seien rund 100 Kraftwerksmitarbeiter (plus 20 bis 25 Auszubildende), aber auch etwa 50 Arbeitnehmer, für andere Firmen permanent im Kraftwerk arbeiten.

Auch nach der Abschaltung gibt es viel zu tun

Zum Rückbau des Kraftwerkes gibt es noch keine Entscheidung. Unabhängig davon werde es nach Schätzung von Hohmann bis zu einem Jahr dauern, bis die Anlage in einen sicheren Zustand überführt ist. Dazu gehöre unter anderem das Entfernen von Kohle, Gips und Asche, die Beseitigung von Gefahrstoffen und Gefahrenquellen aller Art. Der Brandschutz müsse ebenso weiter gewährleistet sein wie die Grundstücksentwässerung. Hohmann: „Am Ende wird die Anlage an eine Art Hausmeister übergeben.“ Auch wenn während dieser Arbeiten noch ein Teil der Belegschaft benötigt werde: Die Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung über die anstehenden Personalthemen werden demnächst anlaufen. Hohmann geht davon aus, dass ein Teil der Mitarbeiter in den Ruhestand gehen wird.

Über die Hälfte der Beschäftigen, zum Großteil qualifizierte Fachkräfte, benötige aber ein neue berufliche Perspektive – möglichst im Uniper-Konzern, am besten am Standort Wilhelmshaven.


Viele Ideen für das Kraftwerksgelände

Vorstellbar wäre aus Sicht von Hohmann unter anderem, dass auf dem Kraftwerksgelände ein Klärschlamm-Verbrennungsanlage entsteht. Schon derzeit werden die Klärschlämme aus den kommunalen Abwässern der Region zusammen mit Kohle im Kraftwerk verbrannt. Wenn das Kraftwerk einen Gasanschluss erhält – was durch den von Uniper geplanten Bau eine LNG-Terminals an der Jade deutlich erleichtert würde – könnten hierüber künftig weitere Energie-Dienstleistungen erbracht werden.

Eine weitere Idee ist der Einstieg in die Wasserstoff-Technologie. Hohmann würde gern eine Elektrolyse-Anlage am Standort installieren, um damit z. B. Wasserstoff-Tankstellen in der Region zu versorgen. „Damit können wir einen Beitrag zur Energiewende leisten – und die Region hätte die Chance, wasserstoffbetriebene Fahrzeuge einzusetzen.“ Eine weitere Idee ist es eine zentrale Ausbildungsstätte für Betriebe in der Region Wilhelmshaven zu errichten. Qualifizierte Ausbilder, Räume für Schulungen und technische Ausstattung für verschiedene Ausbildungsberufe sind bei Uniper vorhanden.

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