Wilhelmshaven - Auf dem Weg zu einer Fahrradstadt ist Wilhelmshaven nicht vorangekommen. Das zeigt der Fahrradklimatest 2016. Dass die Jadestadt im Ranking der Städte mit 50 000 bis 100 000 Einwohner bundesweit von Platz 68 im Klimatest 2014 auf jetzt Platz 79 (von 98) zurückgefallen ist, ist für den ADFC Wilhelmshaven gar nicht so wichtig, wie Kreisvorsitzender Harald Witte erläutert. Entscheidender sei, dass in den zwei Jahren keine Entwicklung zum Besseren zu erkennen sei.

Der Klimatest bietet nicht objektive Kriterien für die Bewertung der (Rad-)Verkehrsinfrastruktur, sondern fragt, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob sich Radfahrer sicher fühlen. Und da zeigen sich, so der ADFC, Schwachstellen: Schulnote 5,2 gaben die Wilhelmshavener Teilnehmer für den Zustand der Radwege. Absackungen, Aufbrüche, holprige Oberflächen, unbefestigte Wege führen dazu, dass Wilhelmshaven in diesem Punkt deutlich unter dem auch nicht gerade guten bundesweiten Durchschnittswert von 4,1 liegt.

Dabei, so meint der ADFC, sind die Voraussetzungen für den Radverkehr in Wilhelmshaven grundsätzlich gut. Das zeigt auch der Klimatest: Im Grunde können in der Stadt alle, Alt und Jung, Rad fahren. Das Stadtzentrum ist gut erreichbar. Es fehle aber an der Instandhaltung und an der Beseitigung bekannter Mängel, kritisiert Witte. Verantwortlich für den Stillstand sei die Politik. Sie setzt nach seiner Einschätzung falsche Prioritäten und bringt nicht den Mut grundlegende Entscheidungen für den Radverkehr zu treffen.