Wilhelmshaven - Die Raumnot an der IGS und die Umstellung der Grundschulen auf verlässlichen Ganztagsbetrieb sind laut Martin Burkhart die größten Herausforderungen in der aktuellen Schulpolitik in Wilhelmshaven. Als Ratsmitglied wird er die Entwicklungen weiter aktiv begleiten, allerdings nicht mehr als Vorsitzender des Stadtelternrates.
Hohe Auslastung im Amt
Nach acht Jahren im Amt hatte sich Burkhart nicht mehr zur Wahl gestellt. „Ich hatte bereits bei meiner Wiederwahl vor zwei Jahren angekündigt, dass es das letzte Mal sein wird“, sagt er. Burkhart wollte sich noch breiter in der Kommunalpolitik engagieren und trat als Ratskandidat (GfW) an – mit Erfolg.
Schulpolitik ist weiter sein Steckenpferd, aber er hat als Vertreter des Kommunalparlamentes viele weitere Themenfelder zu beackern. „Die Auslastung ist groß. Das gilt auch für die Arbeit als Vorsitzender des Stadtelternrates. Beides zusammen geht nicht, das würde dem Amt des Elternratsvorsitzenden auch nicht gerecht. Deshalb habe ich es nun abgegeben.“
Geordnete Übergabe an den Nachfolger
Als Burkhart den Vorsitz übernahm, ging sein Sohn in die Grundschule. Inzwischen steht der Abschluss an der IGS bevor, danach ist eine Ausbildung und damit der Besuch der BBS geplant. „Dann hätte ich alle Schulformen als Vater und Elternratsvorsitzender erlebt!, sagt er lachend. Letzteres wird nun nicht mehr passieren. „Ich bin sehr froh, mit Carlo Cottin eine guten Nachfolger gefunden zu haben. Er und auch der neue Stellvertreter Timo Nippe haben Kinder im Grundschulalter. Sie können sich also noch lange im Schulelternrat engagieren.“ In den kommenden Woche werde man sich zusammensetzten, um die Amtsgeschäfte zu übergeben. „Da hängt ja eine Menge dran, auch der ganze finanzielle Bereich“, sagt Burkhart. „Ich werde anfangs sicher noch etwas unterstützen.“
Er habe im Laufe seiner vier Amtszeiten viele und gute Kontakte geknüpft, blickt der Kommunalpolitiker zurück. „Ich habe viele Schulleitungen und Lehrer kennengelernt, die mit Leib und Seele ihren Job machen, die gegen organisatorische Mängel angehen, um das Beste für die Schülerinnen und Schüler, aber auch für die jeweilige Schule selbst zu erreichen.“ Natürlich habe es auch den einen oder die andere gegeben, die resigniert und sich mit dem Gegebenheiten abgefunden hätten.
Vorsitzender zieht positive Bilanz
„Ich denke,, der Schulelternrat hat in den vergangenen acht Jahren eine Menge gerissen. Wir haben immer versucht, Probleme im Rahmen unserer Möglichkeiten zu lösen. Wir haben viele Elternvertreter ausgebildet, sind auch landesweit gut vernetzt und vertreten“, bilanziert Burkhart. „Elternvertretungen aus anderen Kommunen fragen sogar häufiger unsere Expertise ab. Diesen Weg müssen wir weitergehen.“
Ein Problem allerdings sei über die Jahre größer geworden. „Wir haben einfach zu wenige engagierte Eltern“, klagt Burkhart. „In den Grundschulen geht es meistens noch, aber in den weiterführenden Schulen nimmt das Engagement deutlich ab. Wir haben hier sogar eine Schule, das gibt es schon seit eineinhalb Jahren gar keine Elternvertreter mehr.“ Für den scheidenden Vorsitzenden nicht nachvollziehbar. „Nur wer mit der Schule kommuniziert, kann Probleme ansprechen und am besten lösen. Dafür brauchen wir engagierte Eltern.“
