Wilhelmshaven - Was für eine Aufregung. Sie rennen im Kreis, die kleine Hexe und Rabe Abraxas. Regen will sie machen, die Hexe. Ganz so einfach gestaltet sich das aber gar nicht. Mäuse hat es schon geregnet – und Buttermilch.
Im diesjährigen Weihnachtsstück der Jungen Landesbühne „Die kleine Hexe“, das am Sonntag eine bezaubernde Premiere im Stadttheater feierte, dreht sich alles um fliegende Besen, verhexte Revierförster und verrückte Zaubersprüche. Liebevoll inszenieren Regisseur Alexander Flache und Dramaturgin Britta Hollmann die Geschichte von Otfried Preußler in der Bühnenfassung von John von Düffel.
Die Inszenierung bleibt der ursprünglichen Geschichte in abgespeckter und modernisierter Version treu: Die kleine Hexe möchte unbedingt bei der Walpurgisnacht mittanzen – darf aber nicht, weil sie mit ihren 127 einfach noch zu jung ist. Nur, wenn sie beweist, dass sie eine gute Hexe ist, darf sie im nächsten Jahr dabei sein. Also los: Gemeinsam mit ihrem besten Freund, dem sprechenden Raben Abraxas, bemüht sie sich, der Vorgabe gerecht zu werden – und hext, was das Zeug hält, hilft sämtlichen Menschen, die ihr über den Weg laufen, aus der Not. Blöd nur, dass von einer „guten“ Hexe böse Hexereien erwartet werden.
Flache und Hollmann gelingt es, ein Stück auf die Beine zu stellen, das vor allem die jüngeren Zuschauer begeistert.
Der Witz der Dialoge, die Dynamik auf der Bühne und die eigens komponierte Musik von Marco DeHaunt führen dazu, dass sich der Zuschauer keine Sekunde langweilt. Das bunte und raffinierte Bühnenbild von Anja Imig vereint die zahlreichen unterschiedlichen Spielorte der Geschichte mühelos. Eine besondere Stärke des Stücks: Weil einer der Schauspieler, Robin Bongarts, ausgebildeter Zauberer ist, hat er die Verantwortlichen bei der Konzeption diverser Zaubertricks auf der Bühne unterstützt – mit Erfolg, führten doch die fliegenden Besen und andere Besonderheiten ein ums andere Mal zu erstaunten Ausrufen. Und neben all dem Spaß thematisierte das Stück auch wichtige Themen wie Ausgrenzung, Überwachung und die Bedeutung von Freundschaft.
Für den verletzten Ioachim-Wilhelm Zarculea sprang kurzerhand Timon Ballenberger ein und übernahm zwei seiner Rollen, so dass sechs statt fünf Schauspieler (Neele Schmidt, Ioachim-Wilhelm Zarculea, Robin Bongarts, Fiona Ristl, Maximilian Popp und Timon Ballenberger) auf der Bühne zu sehen waren, die ausnahmslos einen hervorragenden Job machten. Dem Stück tat die veränderte Besetzung jedenfalls keinen Abbruch. Um es mit den Worten von Rabe Abraxas zu sagen: „Das war wirklich bezaubernd.“
Weitere Vorstellungen im Stadttheater sind am Sonntag, 1. Dezember, Sonntag, 15. Dezember, Sonntag, 22. Dezember und Mittwoch, 25. Dezember, jeweils um 15 Uhr. Inhaber der WZ-Card erhalten pro Eintrittskarte einen Preisnachlass von 2,40 Euro. Eintrittskarten gibt es gegen Vorlage der persönlichen WZ-Card ausschließlich im Service-Center der Landesbühne im Stadttheater, Virchowstraße 44
