Wilhelmshaven - Dort, wo sich Partymusik und Kuhmuhen, Discolicht und Silageberge, tanzwütige Menschen und Stallgeruch treffen, dort steppte am Samstagabend der Bär — oder besser die Kuh. Nach zweijähriger Corona-Pause konnte Reent Weerda (38) auf seinem Milchviehbetrieb wieder die Scheunenfete „Dancing Cows“ ausrichten. Dass zwei Jahre Pause war, merke man deutlich, so der Organisator, die Tickets waren sehr beliebt. Schon zur Kinderparty am Freitag habe Weerda nur mit 200 Leuten gerechnet. Letztendlich kamen um die 700 Kids zum Tanzen, Spielen und Kinderschminken.
Auch Birgit Nigrini (51) und Axel Weber (50) haben die Hoffete vermisst. „Wir freuen uns, dass heute endlich mal wieder die Sau abgeht“, sagte Nigrini mit einem Lachen. Besonders freuten sie sich über die gute Musik und die gute Stimmung. Dafür hat Reent Weerda gesorgt: neben DJ Danny Disco, der für Partymusik sorgte, trat auch die Wilhelmshavener Band „Nappo the Show“ auf — die für Rock und Evergreens steht.
Auch die Geschwister Anne (17) und Nils Schäfer (19) waren mit Freundin Elin Wauschkuhm (16) zum Tanzen vorbeigekommen. Sie freuten sich auf „geile Leute und geile Mukke“. Die Eltern der Geschwister sind früher schon zur Scheunenfete auf den Hof gegangen: „Jetzt bin ich alt genug und kann hier auch feiern“, erzählt die 17-Jährige.
Seit 18 Jahren findet die „Dancing Cows“-Scheunenfete bereits auf dem Hof Weerda statt. „Mir war die Mischung in den Diskotheken zu gering und solche Feten gefallen mir sehr gut“, erklärt er das zweite Standbein als Feten-Organisator — und auch sein Vater hat in den 80er-Jahren auf dem Hof schon Feten veranstaltet. „So können die Leute hier mal vernünftig feiern!“.
Doch ganz so leicht wie die Jahre zuvor, war die Planung dieses Mal nicht. „Es gibt inzwischen höhere Auflagen für Scheunenfeten — vor allem baurechtlich“, erklärt der 38-Jährige. Für jede Veranstaltung muss er sich eine Baugenehmigung geben lassen. „Früher habe ich einen Antrag gestellt, dann lief das, mittlerweile muss das bin ins Kleinste dokumentiert werden.“ Sogar Architekten müssen involviert sein. „Das war schon einiges, vor allem wenn man zwei Jahre aus der Übung ist — aber wenn am Abend der Fete alles läuft, kehrt bei mir Ruhe ein.“
