Wilhelmshaven - Während die Corona-Krise übliche Veranstaltungen unmöglich machte, haben sich in Wilhelmshaven auch ein paar wenige neue Formate entwickelt. Dazu gehörte das Autokino, das mit Unterstützung der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit von der K&K Gastronomie (Michel Koren und Daniel Krampe) auf die Beine gestellt wurde. An drei langen Wochenenden (donnerstags bis sonntags) wurde der Parkplatz am Sportforum zum Kino der besonderen Art.
Auf die Idee sei man in der Zeit der massivsten Corona-Beschränkungen gekommen, erinnert sich Daniel Krampe. „Da gab es überhaupt keine Angebote, das wollten wir ändern!“ Dass es funktionieren könnte, zeigten andere Orte, in denen es bereits ein Autokino gab. Doch dort konnten auch Schwachstellen ausgemacht werden, zum Beispiel bei der Leinwand.
Klassiker wie „Forrest Gump“ zogen das Publikum an
„Wir haben bewusst etwas mehr investiert und uns für eine LED-Leinwand entschieden“, sagt Krampe. „Die bietet den großen Vorteil, dass sie auch bei Tageslicht eingesetzt werden kann, denn wir wollten unbedingt auch etwas für Kinder machen und deshalb auch sonntagnachmittags einen Film zeigen.“ Diese Idee sei allerdings nicht auf die erhoffte Resonanz gestoßen, räumt Krampe ein. Deshalb habe man ab der zweiten Woche darauf verzichtet.
Anders sah es beim abendlichen Programm aus. „Gerade die ersten Abende waren sehr schnell ausverkauft“, berichtet der Veranstalter. Das heißt, rund 350 Fahrzeuge hatten sich jeweils vor der Leinwand eingefunden. Als schwierig habe sich allerdings die Filmauswahl erwiesen. „Neue Filme gab es keine, also mussten wir auf das zurückgreifen, was die Verleiher anbieten. Und das konnten durchaus ältere Produktionen sein, Beispiel „Forrest Gump“. Der habe aber trotzdem sehr viel Publikum angezogen, weiß Krampe. „Klar kennt fast jeder den Film, aber längst nicht jeder hat ihn auch auf großer Leinwand im Kino gesehen, schon gar nicht im Autokino.“
Veranstalter haben noch nie so viel Feedback bekommen
Während der drei Wochen habe es jede Menge Publikumswünsche gegeben, die aber kurzfristig nicht umzusetzen gewesen seien. „Viele hätten zum Beispiel gerne ‚Zurück in die Zukunft’ gesehen. An den Film haben wir im Vorfeld gar nicht gedacht“, sagt Krampe. Überhaupt habe die K&K Gastronomie noch nie eine Veranstaltung organisiert, auf die es ein so großes Feedback gegeben habe – trotz großer Events wie der 90er-Jahre-Party in der ÖVB-Arena in Bremen oder „Wilhelmshaven tanzt“. „Und es gab nur positive Rückmeldungen!“
Eher enttäuschend seien hingegen die beiden Sonderveranstaltungen – das Konzert mit „Maybebop“ und der Comedy-Abend „Nightwash“ – gelaufen. Auch die Feststellung, dass die meisten Gäste nur einmal ins Autokino kamen („es hat offensichtlich keinen Wiederholungsbedarf gegeben“) , hat K&K davon absehen lassen, das Angebot über den geplanten Zeitraum hinaus zu verlängern. „Das Autokino hat über die drei Wochen sehr gut funktioniert, aber die Tendenz hat deutlich gemacht, dass es genug ist“, resümiert Krampe.
