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Lokal einkaufen Wie sich der Einzelhandel in Wilhelmshaven stärken lässt

Maik Michalski

Wilhelmshaven - Der stationäre Einzelhandel in Wilhelmshaven ist durch den Shutdown vor Weihnachten und durch die Corona-Krise stark gebeutelt; zumal der Online-Handel boomt. Der CDU-Kreisverband Wilhelmshaven, der Kreisverband der Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft in der Partei sowie die Mittelstandsvereinigung Wilhelmshaven-Friesland haben jetzt im Gespräch mit der Redaktion Ideen entwickelt, wie der Einzelhandel als „einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche in der Stadt“ (CDU-Kreischef Martin Ehlers) unterstützt werden könnte.

„Der Einzelhandel ist stadtbildprägend“, so Ehlers, der auch Ratsherr ist. Anfang des kommenden Jahres soll nach langem Vorlauf der „Wilhelmshaven-Gutschein“ an den Start gehen, der von allen Unternehmen in der Stadt angeboten werden könnte. Allein durch den bisher vom City-Interessenverein vermarkteten Gutschein sei Kaufkraft von 400 000 Euro in der Stadt verblieben.

Ehlers brachte zudem wie auch Heinz Reinecke (CDA-Kreisvorsitzender) und Olaf Werner (Kreisvorsitzender MIT) eine Art Stadt-Geld ins Gespräch. Vorbild könnte Marburg sein. Zur Stärkung des örtlichen Gewerbes dort erhielten alle erwachsenen Marburger einen Gutschein über 20 Euro, alle Kinder und Jugendlichen einen über 50 Euro. Finanziert werden könnte dies durch Corona-Gelder, die die Stadt zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft bereitgestellt habe, das aber nicht komplett abgerufen worden sei.

Der Einkauf im lokalen Handel müsse noch mehr zum Erlebnis werden, meint Olaf Werner. Wichtig sei, dass die örtlichen Händler die Zeit jetzt nutzen, um verstärkt auch in Digitalisierung zu investieren. Das gelte nicht nur für Händler mit Online-Angeboten, sondern für alle Wilhelmshavener. In der selbsternannten Digitalstadt Darmstadt wird Bürgern mit geringer Medienkompetenz der Zugang zur digitalen Welt erleichtert, um durch die neuen Medien mehr Teilhabe realisieren zu können. So könnten in Wilhelmshaven Warenangebote von Händlern ins Netz gestellt werden und damit würde zum Beispiel der Öffentliche Personennahverkehr verknüpft. „Der Kunde erfährt, wo er welches Produkt kaufen kann und wie er mit dem Bus dorthin gelangt“, so der MIT-Chef.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber bangen um ihre Existenz

Wenn die Corona-Krise beendet sein wird, soll es zu einer Wiederbelebung des stationären Einzelhandels kommen, so die Hoffnung. Derzeit bangten viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber um ihre Existenz. „Wir müssen sehen, wie wir auch mit den vielen Mini-Jobbern umgehen“, so Heinz Reinicke. Diese zahlten keine Beiträge in de Arbeitslosenversicherung ein und hätten keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Reinicke regt Fortbildungen an. Die Kosten könnten von Arbeitgeberverbänden und Arbeitsagentur getragen werden.


Um das Einkaufen zu einem Erlebnis zu machen, wird angeregt, darüber nachzudenken, ob nicht ein Wochenmarkt samstags auf der Bahnhofstraße (Rambla), dem Valoisplatz oder dem Börsenplatz realisierbar sei. Der Markt auf dem Rathausplatz könnte ja auch auf den Freitag verlegt werden. Zudem müsse geklärt werden, ob die Organisation bei der Stadt oder nicht auch bei professionellen Marktbetreibern liegen könnte, so Olaf Werner.

Vorrangiges Ziel aller Bemühungen und Anregungen müsse es sein, die Innenstadt und die Nebenzentren zu stärken, sind sich Ehlers, Reinicke und Werner einig. Hinzu käme ein frei zugängliches WLAN in der City, ein gemeinsamer Lieferdienst (mit Beteiligung von Taxiunternehmen etwa) oder auch die Besteuerung von Paketdiensten, wie es jüngst CDU-Bundespolitiker ins Gespräch gebracht hätten.

Es müsse zu einem fairen Wettbewerb mit Chancengleichheit kommen, so Ehlers. So zahlten die Versandriesen wie Amazon nur den Logistiktarif, der unter den Tarifen im Einzelhandel lägen. Zudem zahlten solche Unternehmen neben geringen Löhnen nur wenig Gewerbesteuern.

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