Wilhelmshaven - Das Land Niedersachsen will Wilhelmshaven bei der Integration von Flüchtlingen helfen. Wie Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Freitag sagte, werde für 2017 und 2018 ein mit 20 Millionen Euro ausgestatteter Integrationsfonds aufgelegt, mit dem die Städte Salzgitter, Delmenhorst und Wilhelmshaven unterstützt werden sollen. Darüber hinaus, so Weil, werde das Innenministerium per Erlass eine negative Wohnsitzauflage einführen, mit der der Zuzug von anerkannten Flüchtlingen in die Städte untersagt werden könnte.
Grundsätzlich können anerkannte Flüchtlinge landesweit ihren Wohnsitz frei wählen. In der Praxis hat das dazu geführt, dass sich in Salzgitter, Delmenhorst und Wilhelmshaven überdurchschnittlich viele Bürger mit Migrationshintergrund niedergelassen haben. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung liege in Salzgitter bei 1,8, in Delmenhorst bei 1,4 und in Wilhelmshaven bei 1,3 Prozent. Der Durchschnittswert in Niedersachsen beträgt 0,6 Prozent.
In Wilhelmshaven sind seit 2015 nach den Worten des Ersten Stadtrats Jens Stoffers rund 1700 Flüchtlinge zugezogen. Jeden Monat kommen rund hundert hinzu. Hauptgrund für die Attraktivität der drei Städte dürfte der vorhandene Wohnraum sein. Aus dem Integrationsfonds sollen auf Wilhelmshaven rund fünf Millionen Euro entfallen.
