Wilhelmshaven - Die Corona-Zeit hat den Theater-Freuden für Landesbühne und Zuschauer gleichermaßen einen starken Dämpfer versetzt. Nun hat Intendant Olaf Strieb in einem Pressegespräch die Bilanz der vergangenen Spielzeit 2021/2022 vorgestellt. Auflagen und Erkrankungen hatten im Spielbetrieb zu schweren Bedingungen geführt, die den Beteiligten auf und hinter der Bühne großen Einsatz abverlangten.
Wunsch des Intendanten erfüllt
Doch es gibt tatsächlich ein „Immerhin“: Bei allen zurückgeschraubten Erwartungen ist Striebs Wunsch, die Gesamtzahl von erhofften 50 000 Gästen zu erreichen, in Erfüllung gegangen. „Mit insgesamt 52 155 Besuchern ist diese Marke tatsächlich geknackt worden“, freut sich der Intendant. Das sind im Vergleich zu den Ergebnissen der Top-Jahre vor Corona, in denen der Pegel bei über 100 000 Zuschauern lag, zwar 50 Prozent weniger. Doch hinsichtlich der Lockdowns, der Corona-Auflagen und auch krankheitsbedingter Ausfälle zeigt Strieb sich glücklich, dass seine niedrige Marke überschritten wurde – immerhin.
Mit den Auflagen war die Platzanzahl anfänglich 50 Prozent und dann auf 70 Prozent reduziert worden. Richtung Spielzeitende konnten schließlich wieder alle Plätze besetzt werden. Doch dann mussten nicht wenige Aufführungen wegen an Corona erkrankter Ensemble-Mitglieder abgesagt werden.
Bereits bei den Aufführungen des Weihnachtsmärchens kam es mehrfach zu Absagen, diese jedoch seitens Schulklassen und Kitagruppen aufgrund von plötzlichen Erkrankungen. „Auf Stornierungs- und Ausfallgebühren haben wir hier verzichtet“, so Strieb.
Zwei Vorstellungenan einem Abend
Als der Spielbetrieb 2021/2022 wieder anlief, setzte die Landesbühne das Konzept von Doppelvorstellungen um: Die Stücke durften die Spiellänge von 90 Minuten nicht überschreiten und es gab keine Pausen, dafür aber zwei Vorstellungen an einem Abend. Für das Ensemble war dies eine besondere Herausforderung, die es aber mit Bravour meisterte, damit so viele Theaterinteressierte wie möglich die Stücke sehen konnten. „Das war mit einer wahnsinnigen Logistik verbunden“, so der Intendant.
So gab es in der Spielzeit 2021/2022 insgesamt 207 Vorstellungen im Abendspielplan und im Studio sowie neun über den Zweckverband hinaus. Zwei der auswärtigen Spielorte entfielen in jener Saison total: Die Nordseehalle, das Festspielhaus am Wall im Emden, war zu einem Impfzentrum umgestaltet worden und die Renovierung des Kurtheaters war noch nicht abgeschlossen.
Manche geplanten Stücke kamen in der abgelaufenen Spielzeit nicht zum Zuge, darunter „Zeugin der Anklage“, dessen Inszenierung premierenfertig war, und „Der Kaukasische Kreidekreis“, der ebenso wie die Wiederaufnahme von „Iphigenie auf Tauris“ in mehreren Rollen neubesetzt werden musste. Zu den Höhepunkten und Zuschauerlieblingen gehörten „Anatevka“ und „Mord im Orientexpress“ sowie die Studiostücke „Heute Abend: Lola Blau“ und die „Tragödie wider Willen“. Die Stücke der Jungen Landesbühne besuchten in 173 Vorstellungen insgesamt 13 894 Kinder und Jugendliche.
