Wilhelmshaven - Mit großer Verwunderung schauten einige Bürger und WZ-Leser kürzlich in ihre Briefkästen. Dort fanden sie eine „Zeitung gegen den Krieg“, vermuten Volksverhetzung dahinter. Vor allem richten sich die Autoren – mitunter erfahrene Journalisten oder ehemalige Politiker – gegen die aktuelle Bundesregierung und versuchen zu beleuchten, dass nicht Russland für den Krieg in der Ukraine verantwortlich sei, sondern die Ukraine für eine Eskalation des seit Jahren bestehenden Konflikts gesorgt habe.
Der Polizei ist das Blatt bekannt, allerdings ohne etwaige Probleme. Auf WZ-Nachfrage erklärt Janina Schäfer, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland, dass der „aktuellen Ausgabe keine strafrechtlich relevanten Inhalte zu entnehmen“ sind und es daher keine Ermittlungen gibt. In dem jetzigen Fall sei die Zeitung nicht verboten. „Es kommt aber immer auf den jeweiligen Inhalt an“, so Schäfer weiter.
Aus diesem Grund ist es auch jedem Bürger offen, wie er mit dem Blatt und seinen Inhalten umgeht. „Es obliegt der individuellen Bewertung“, erklärt die Sprecherin dazu.
Die „Zeitung gegen den Krieg“ wird von mehreren Personen herausgegeben. Die Redaktion, für die Reiner Braun und Winfried Wolf verantwortlich zeichnen, hat laut Impressum ihren Sitz an der Marienstraße in Berlin und wird zudem von verschiedenen – vorwiegend linksorientierten – Institutionen und Organisationen unterstützt.
Grundsätzlich erscheint das Blatt im Büro für Frieden und Soziales (BFS) in der amtsfreien Gemeinde Michendorf in Brandenburg. Auf Bestellung wird es allerdings auch kostenpflichtig verschickt. Daher liegt es nahe, dass Bürger aus Wilhelmshaven oder umzu einige Exemplare der Ausgabe „Nr. 50 Februar 2022“ geordert und vereinzelt in hiesige Briefkästen eingeworfen haben – so beispielsweise an der Weserstraße.
