Wilhelmshaven - Nach der CDU-Kritik an der Informationspolitik von Stadt und Klinik-Geschäftsführung zur Situation im Wilhelmshavener Krankenhaus, wehrt sich Oberbürgermeister Carsten Feist in deutlichen Worten. Der Vorwurf der „Null-Information“ entspreche nicht seiner Vorstellung von Kooperation, heißt es in einer Mitteilung.
Darum geht es
In der Ratssitzung am Mittwoch hatte sich die neue Klinikgeschäftsführerin Dr. Rafaela Korte ausführlich zur aktuellen Situation im Klinikum geäußert. Dabei legte sie dar, dass die Erlöse des Hauses seit Beginn der Pandemie um 28,5 Prozent eingebrochen sind und das Klinikum auch die im Oktober beschlossene 20 Millionen-Finanzspritze der Stadt im vollen Umfang brauche. Auch dass Personalmangel einer der Gründe für die Schieflage ist, machte Korte deutlich.
Das kritisiert die CDU
Für die CDU war das offenbar zu wenig. In einer Pressemitteilung der Fraktion hieß es am Donnerstag: „Etwas Neues und Substanzielles wurde uns nicht berichtet. Eigentlich haben wir kaum mehr als nichts erfahren.“ Korte habe nur ausweichend auf die Inanspruchnahme des 20-Millionen-Kredites und zum Bedarf an Pflegekräften reagiert.
Das antwortet der OB
Feist will das nicht stehen lassen: Er verweist auf den WZ-Bericht zur Sitzung, in dem Korte zitiert wurde, dass die 20-Millionen-Hilfe komplett gebraucht werde. „Welche Frage ist denn dann noch offengeblieben?“, fragt Feist.
Er machte aber auch deutlich, dass einige Punkte zur Zukunft des Klinikums noch offen sind und jetzt ein Sanierungskonzept für die Einrichtung erarbeitet werde, das im März vorgelegt werde.
„Dennoch halte ich es im Sinne der Transparenz für sinnvoll, den Rat auch über Zwischenschritte zu informieren“, so Feist.
So lief es im Rat
Für die Ratsmitglieder dürften viele Informationen tatsächlich nicht neu gewesen sein, da in den nichtöffentlichen Teilen der Sitzungen regelmäßig über das Klinikum informiert wird. Im öffentlichen Teil hat es einen Vortrag wie am Mittwoch allerdings seit Monaten nicht gegeben. Die Information, dass das Klinikum die komplette 20-Millionen-Hilfe benötigt, gab Korte jedoch erst nach mehreren Nachfragen preis. Wie viele Pflegestellen genau offen sind, beantwortete sie nicht.
