Wilhelmshaven - Die Energiewende wird zunehmend sichtbar; auch in Wilhelmshaven. Genau an der Grenze zwischen dem Ineos Chemiewerk auf dem Voslapper Groden und dem Hooksieler Wäldchen verlegt die Tennet Offshore GmbH das Netz-Anschlusskabel für den Offshore-Windpark Nordergründe, der Mitte 2014 in Betrieb gehen soll.

Der Planfeststellungsbeschluss für die insgesamt 32 Kilometer lange Kabeltrasse ist im August ergangen. Aktuell wird nach den Worten von Tennet-Pressesprecherin Cornelia Junge das vier Kilometer lange Erdkabel vom 220-kV-Umspannwerk Inhausen entlang des Ineos-Grundstückes bis zum Deich. Die Horizontalbohrungen unter dem Deich hindurch ist bereits erfolgt, sage Junge. In dem Bauwerk aus Sande und Klei wurde ein Leerrohr platziert. Vor dem Deich wird am Anschluss für das Seekabel gearbeitet, dass 2013 verlegt werden soll.

Der Windpark Nordergründe soll etwa 15 Kilometer nordöstlich der Insel Wangerooge entstehen. Er liegt damit im Vergleich zu den übrigen geplanten Windparks in der Nordsee sehr küstennah, was für die Netzanbindung den Vorteil hat, dass hierfür konventionelle Drehstromtechnik verwendet werden könne, so Junge. Nordergründe lässt sich technisch und wirtschaftliche am effizientesten als Drehstrom-Einzelanschluss umsetzen. Wir verlegten dafür eine insgesamt 32 Kilometer lange und 111 Megawatt starke Drehstromverbindung, so Junge.

Bei der Anbindung von weiter entfernt liegenden Offshore-Windparks setzt die Industrie auf Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ). Das Investitionsvolumen für die Anbindung des Windparks Nordergründe beziffert sie auf rund 90 Millionen Euro.

In Nordergründe will das Energiekontor Bremen 18 Windkonverter der Sechs-Megawatt-Klasse aufstellen. Sie werden eine maximale Leitung von bis zu 108 Megawatt Strom liefern.


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