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Beitrag zur interkulturellen Woche in Wilhelmshaven Wir bestimmen, ob Flüchtlinge eine Chance haben


Die Geschichte mit dem Titel „Seestern in Südtirol“ von Antonio Umberto Riccò war der Beitrag der Allgemeine Sozialberatung und Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) des Caritasverbands für das Dekanat Wilhelmshaven e. V.
Henning Karasch

Die Geschichte mit dem Titel „Seestern in Südtirol“ von Antonio Umberto Riccò war der Beitrag der Allgemeine Sozialberatung und Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) des Caritasverbands für das Dekanat Wilhelmshaven e. V.

Henning Karasch

Wilhelmshaven -  Alidad Shiri hatte großes Glück. Der junge Afghane floh, nach einem Aufenthalt im Iran, über die Türkei und Griechenland nach Italien. Im Hafen von Patras, vor der Überfahrt nach Venedig, versteckte er sich auf der Achse eines Lastwagens. Dieser fuhr Richtung Südtirol. Auf der Brennerautobahn wurde Alidad von der Polizei aufgegriffen und in ein SOS-Kinderdorf nach Meran gebracht. Diese Geschichte mit dem Titel „Seestern in Südtirol“ von Antonio Umberto Riccò, szenisch und mit Videoeinspielern Alidad Shiris verknüpft, war der Beitrag der Allgemeine Sozialberatung und Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) des Caritasverbands für das Dekanat Wilhelmshaven e. V. zur Interkulturellen Woche.

Berührende szenische Lesung

Es sprachen Christine und Jochen Gerner sowie Sigrid Jahnel vom Spielkreis-Theater der Matthias-Kirche Hannover. Die Gäste hatten nach der berührenden szenischen Lesung im Gemeindehaus der Christus-König-Kirche Gelegenheit, die Ausstellung zur Seenotrettung im Mittelmeer des Deutschen Albert-Schweitzer-Zentrums anzuschauen. Die Spenden des Abends waren für „United4Rescue“ bestimmt, die Geflüchtete aus dem Mittelmeer retten. Antonio Umberto Riccò, pensionierter Schulleiter und 14 Jahre lang im Niedersächsischen Schulreferat beim Italienischen Generalkonsulat tätig, war so schockiert vom Kentern eines Bootes mit geflüchteten Menschen am 3. Oktober 2013 vor Lampedusa mit 368 Toten, dass er schon damals erste Texte schrieb, die fast 400mal aufgeführt wurden. „Es war eine furchtbare Tragödie.

Viele fielen vom Lastwagen

Vor allem war das Boot nur 800 Meter vor der Küste und Stunden zuvor entdeckt worden“, erzählte der 67-Jährige. Alidad Shiri, heute 27 Jahre alt und selbst Sozialarbeiter im SOS-Kinderdorf, war an Antonio Umberto Riccòs Schule, wie er zum Schluss verriet. Gemeinsam mit Lehrerin Gina nahm sich der Schulleiter des Jungen an. Der Afghane hatte großes Glück, andere Geflüchtete, die von Lastwagen fielen oder von diesen überrollt wurden, nicht. Gina und Alidad schrieben ein Buch über seine Flucht, das bereits über 500 Lesungen erlebte. „Alidad ist ein Geschenk für Südtirol. Es gibt viele positive Geschichten über Menschen, die eine Bereicherung für uns sind“, sprach Antonio Umberto Riccò.

Geschichten zum Zuhören

Und Alidad fügte im Video an, „Geschichten wie meine brauchen Menschen, die zuhören wollen“. Der Titel „Seestern in Südtirol“ wurde in einer kleinen Geschichte einer Frau erklärt, die am Strand angespülte Seesterne zurück ins Meer warf. Sie konnte nicht allen Seesternen helfen. Aber für die geretteten Seesterne hatte ihre Tat große Bedeutung. Dr. Monika Stamm, die mit Jennifer Brodhagen die Migrationsberatung leitet, griff den Titel auf und verschenkte waschbare Schwämme in Seesternform. Sonnabend, 12. November, wird unter dem Titel „Eine Million Sterne“ ab 17 Uhr eine Vorabendmesse in Christus König gefeiert. Die Ausstellung wird noch bis Mittwoch, 30. November, gezeigt.

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