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Probleme auf dem Fliegerdeich Wird der Abstand zwischen Wohnmobilen nicht eingehalten?

Juliane Minow

Wilhelmshaven - Die Abstandsregeln, die derzeit angesichts der Corona-Krise herrschen, sind vielen Menschen bereits in Fleisch und Blut übergegangen. Ob im Supermarkt, beim Arzt oder im Park: Stets soll ein Abstand von mindestens 1,5 Metern gewahrt werden. Und: Abstandsregeln gelten auch für Wohnmobile. Die aktuelle Verordnung des Landes Niedersachsen regelt, dass auf Wohnmobilstellplätzen die Hälfte der Plätze derzeit belegt werden darf, also konkret jeder zweite.

Vor einigen Tagen wurde der Wohnmobilparkplatz auf dem Fliegerdeich wiedereröffnet und zur Einhaltung der Verordnung von den Technischen Betrieben Wilhelmshaven (TBW) auf jedem zweiten Parkplatz Warnbaken aufgestellt. Diese sollen den Wohnmobilisten signalisieren, dass dort nicht geparkt werden darf. Doch das, berichtet die Wilhelmshavenerin Birgit Holtz, sei nur die Theorie. In der Praxis habe sie beobachtet, dass die Wohnmobile dichter aneinander stehen. Mehrere Mobile habe sie eng beieinander stehend gesichtet und fordert Kontrollen von Polizei und Stadt. Als sie das Problem bemerkte, wandte sie sich an die Stadt, habe von Pressesprecherin Julia Muth aber die Antwort bekommen, dass Überprüfungen an betreffenden Tagen ergeben, dass die Abstände von den Wohnmobilisten eingehalten worden seien.

Über 40 Wohnmobile auf dem Parkplatz

Dem sei aber nicht so, hält Birgit Holtz auch gegenüber der Redaktion an ihrer Aussage fest: Laut der städtischen Internetseite würden sich 58 Stellplätze auf dem Parkplatz Fliegerdeich West befinden. „Die Hälfte wären 29. Ich habe mir die Mühe gemacht, die sich dort befindlichen Wohnmobile zu zählen. Es waren morgens um 7 Uhr 44 Mobile, um 13 Uhr 45 Mobile und um 19 Uhr wieder 44 Mobile. Also wird die erlaubte Maximalbelegung deutlich überschritten.“

Problem sei, so Holtz, „dass zu viele offizielle Parkplätze zur Verfügung stehen und die Wohnmobilisten Plätze nutzen, die nicht als offizieller Parkplatz vorgesehen sind.“ Und weiter: „Dass die Abstandsregel darüber hinaus ad absurdum geführt wird, wenn die Touristen auf den Abstandsflächen Tische, Stühle, Grills und so weiter aufstellen, sei nur am Rande erwähnt. Ebenfalls, dass die maximal erlaubte Parkdauer von 24 Stunden von fast allen deutlich überschritten wird.“

Zudem kämen die Mobile aus ganz Deutschland und vermischten sich auf engem Raum. „Dazu kommen noch Fußgänger und Fahrradfahrer, die sich auf dem Parkplatz aufhalten und, nicht zu vergessen, die unverbesserlichen Autofahrer, die trotz drangvoller Enge immer noch meinen, sie müssten auf dem für sie verbotenen Wohnmobilparkplatz hin- und herfahren.“ Als Birgit Holtz vor Ort gewesen sei, habe sie einen Wagen der Polizei gesehen: „ Ich habe mit den Beamten gesprochen. Sie haben das Problem durchaus erkannt, mir aber auch klar gemacht, dass es Sache der Stadt sei, sich darum zu kümmern.“


Auf Nachfrage der „Wilhelmshavener Zeitung“ sagte Julia Muth: „Die Situation auf dem Parkplatz Fliegerdeich haben wir am Himmelfahrtswochenende intensiv beobachtet (auch auf anderen Parkplätzen) und im Einsatzstab besprochen. Im Laufe dieser Woche werden wir nachsteuern, damit bis zum Pfingstwochenende die Situation optimiert werden kann.“

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