Wilhelmshaven - Ein Verzicht auf den Bau von Hotels oder Ferienwohnungen, dafür die Schaffung von Stellplätzen für Wohnmobile südöstlich von Klein Wangerooge, außerdem der Erhalt von Freizeitgärten: In lange strittigen Punkten waren die Änderungen des Nutzungskonzeptes Banter See (aus dem Jahr 2017) am Mittwoch bereits im Umweltausschuss einstimmig verabschiedet worden und kamen am Mittwoch in der Sitzung des Betriebsausschusses Grundstücke und Gebäude der Stadt Wilhelmshaven (BGGS) zur Sprache.

Erster Stadtrat Armin Schönfelder hätte die Diskussion um den Wohnmobilstellplatz gerne in den nichtöffentlichen Teil der Sitzung verlegt; gleichwohl war da schon eines klar: Bevor der Investor die ehemaligen Minenlagerhäuser in Hotels umbaut, müsse der mehrfach prämierte Wohnmobilstellplatz am Nassauhafen weichen, um Parkraum für die Hotelgäste zu schaffen. Das kommt nicht unerwartet. Und die Politiker sehen am Banter See eine gute Lösung für ein künftiges Wohnmobilisten-Ziel. BGGS-Vorsitzender Helmut Möhle (CDU): „Da ist Eile geboten! Der Tourismus in Deutschland boomt wegen Corona und gerade Wohnmobilisten kommen zunehmend auch nach Wilhelmshaven. Da ist dringend ein alternativer Stellplatz gefordert, wenn der am Nassauhafen schließen muss.“

Nach Verabschiedung des Tourismuskonzeptes im vergangenen Jahr hatte die Gruppe CDU/WBV nun die Wiederaufnahme der Fortschreibung des Banter See Nutzungskonzeptes von 2017 in veränderter Form beantragt. Die Änderungen wurden auch hier einstimmig angenommen, für den Antrag auf Wiederaufnahme fand sich gestern im BGGS aber keine Mehrheit. Es gab eine Diskussion, ob man nicht die ausstehende Entscheidung über den Standort einer neuen Stadthalle erst abwarten solle. Im Dezember wird sich nun der Rat mit dem Thema befassen.

Gleich abgesetzt werden musste gestern der erste Punkt der Tagesordnung: Weil Geschäftsführerin Simone Groh und Petra Burmeister, zuständig für das Kaufmännische Objekt- und Finanzmanagement, krankheitsbedingt fehlten, konnte über den Jahresabschluss des Eigenbetriebs nicht gesprochen werden.

Abgelehnt wurden eine Reihe von Anträgen. So einer der Gruppe GUS, eine Satzung über die Strand- und Badeordnung erstellen zu lassen – mit Ausweisung von FKK-Bademöglichkeiten. Weil die Verwaltung derzeit an einer neuen Badeordnung arbeitet, fiel dieser Antrag bei den BGGS-Mitgliedern durch.

Auch für den Antrag der Basu, am Nordostufer des Banter Sees unweit der Banter Ruine eine öffentliche Badestelle einzurichten, fand sich keine Mehrheit. Einhelliger Tenor: Wenn die Menschen dort eh schon baden, sollen sie einfach weiterhin tun.

Die Einrichtung zusätzlicher öffentlicher Toiletten am Rundweg Banter See, ebenfalls ein Antrag der Basu, wurde abgelehnt. Hier sei die Lösung, die Toiletten bei Klein Wangerooge dauerhaft zugänglich zu machen sowie mit anliegenden Vereinen über eine WC-Nutzung durch Spaziergänger zu sprechen, doch ausreichend.

Ein eigenes Leerstandsmanagement (Antrag Basu) für Gewerbeimmobilien halten die Ausschussmitglieder für nicht erforderlich. Vielmehr seien hier künftig Citymanager und die neue Wirtschaftsförderung gefordert.