Wilhelmshaven/wz - Die Zahl der Krankschreibungen in Wilhelmshaven ist im ersten Halbjahr 2022 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum leicht angestiegen. Das geht aus dem jährlichen Gesundheitsreport der Krankenversicherung DAK-Gesundheit hervor, der jetzt veröffentlicht wurde.

Demnach waren insbesondere Atemwegserkrankungen für Ausfälle verantwortlich. Etwas mehr als ein Drittel der Beschäftigten (34 Prozent) hatte im ersten Halbjahr mindestens eine Krankschreibung. Im Vergleich dazu war in den ersten sechs Monaten des Vorjahres nur etwas mehr als ein Viertel betroffen. Verantwortlich dafür, dass mehr Beschäftigte krankheitsbedingt fehlten, waren vor allem Erkältungen. Bis Ende Juni verursachten Husten, Schnupfen und Bronchitis insgesamt 121 Fehltage je 100 Beschäftigte und somit 75 Tage mehr als im gleichen Zeitraum 2021.

„Während der Pandemie imJahr 2021 war der Krankenstand deutlich niedriger. Weniger soziale Kontakte und die Maskenpflicht führten zur Verringerung der Atemwegserkrankungen“, sagt Klaus-Peter Schaps, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Wilhelmshaven.

Die Fehltage aufgrund von Corona stiegen um das Siebenfache: Statistisch gesehen kamen auf 100 Beschäftigte 39 Corona-Fehltage, 34 Tage mehr als im 1. Halbjahr 2021. Die Zahlen lagen in Wilhelmshaven und der Region jedoch deutlich unter dem Niedersachsen-Schnitt.

Aufgeschlüsselt auf die Krankheitsarten nehmen allerdings andere den ersten Platz ein: Die meisten Fehltage (21,2 Prozent) gingen auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Auf Platz zwei kamen Atemwegserkrankungen mit einem Anteil von 15,2 Prozent. An dritter Stelle folgten psychische Erkrankungen wie Depressionen: 88 Fehltage je 100 Beschäftigte waren mit einer psychischen Diagnose begründet – 81 Tage weniger als im ersten Halbjahr 2021.


Angesichts der fortgeschrittenen Pandemie, des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise sieht der Versicherer einige Herausforderungen für die Unternehmen. „Damit in dieser Situation gesundes Arbeiten gelingen kann, ist betriebliches Gesundheitsmanagement wichtiger denn je“, sagt Anne Bakker, Leiterin der Wilhelmshavener DAK-Geschäftsstelle.