WILHELMSHAVEN - Auf dem Blatt Papier spielt heute Abend lediglich der Sechste gegen den Siebten der 3. Handball-Liga West. Es ist allerdings deutlich mehr. Im Duell Wilhelmshavener HV gegen den VfL Edewecht geht es auch um die Vorherrschaft im Norden. Ob die Begegnung heute Abend um 18.30 Uhr in der Heinz-Zu-Jührden-Halle in Edewecht ebenso friedvoll verläuft wie das Hinspiel in der Nordfrost-Arena, darf zumindest angezweifelt werden. Denn 'wir sind da zu Zweitligazeiten immer ordentlich verdroschen worden', sagt Christian Köhrmann, Spielertrainer der Wilhelmshavener Handballer.

Der WHV hat die dreiwöchige Spielpause über Ostern gut zu nutzen gewusst. Nach der Pleite gegen den VfL Gummersbach, bei der das Team ungewohnte Schwächen in der Abwehr gezeigt hat, wurde viel im individuellen Bereich gearbeitet. Insbesondere das Zusammenspiel zwischen Defensive und Torwart stand im Fokus des Trainings. 'Wir müssen nur die Leistung aus dem Training auf die Platte bringen, dann mache ich mir keine Sorgen', sagt Köhrmann. 'Wir müssen die Zweikämpfe gewinnen, sonst bringt das alles gar nichts.'

Dass diese zuweilen verbissen geführt werden, zeigt ein Blick in die Vergangenheit. Vor gut einem Jahr gerieten sich die Spieler nach dem Abpfiff der Zweitliga-Partie in der Nordfrost-Arena kräftig in die Haare. Mit dabei waren dort auch schon die Edewechter Akteure Jörn Wolterink sowie die Brüder Steffen und Janik Köhler. Insbesondere auf Wolterink ruht als viertbestem Torschützen der Liga das Augenmerk von Köhrmann. Aber auch die Achse mit Jannik Köhler auf der Spielmacherposition und Steffen Köhler birgt Gefahr. Zudem spielt auch der von der HSG Varel zu den Edewechtern gewechselte Renke Bitter eine ansprechende Saison.


'Wir brauchen uns aber nicht zu verstecken', sagt Köhrmann, wenngleich es dem Wilhelmshavener HV bisher noch nicht gelungen ist, Punkte beim VfL zu erkämpfen. Es sei allerdings endlich wieder an der Zeit, sich für die anstrengende und akribische Trainingsarbeit zu belohnen. Mit einem Sieg würde sicherlich auch das Wilhelmshavener Publikum beim nächsten Heimspiel wieder zahlreicher die heimische Nordfrost-Arena bevölkern.

Thomas Van Lengen
Thomas Van Lengen Redaktionsleitung Sport, Jeversches Wochenblatt, Wilhelmshavener Zeitung