Wilhelmshaven - Leben und arbeiten in England das war für die 11a der BBS1 Wilhelmshaven und für Schüler aus drei elften Klassen der BBS Jever Alltag. Drei Wochen verbrachten sie in der historischen Stadt York, die mit ihren etwa 200.000 Einwohnern zu einer der schönsten und meist besuchten britischen Städte gehört.
Unterwegs waren die vier Klassen mit ihren drei Betreuern, um ein zweiwöchiges Praktikum in einem selbst gewählten Betrieb zu absolvieren und um an einem einwöchigen Sprachkurs an der Schule English in York teilzunehmen. Zu den 37 Schülern gehörten auch wir: Felix Seyfert von der BBS 1 Wilhelmshaven und Annika Kaehler aus der 11c der BBS Jever.
Auf der Überfahrt von Rotterdam nach Hull herrschte Vorfreude auf die kommenden Wochen wohlwissend, dass man auf eine andere Kultur, eine fremde Gastfamilie und auf eine andere Sprache trifft. Wir wurden herzlich von unseren Gastfamilien empfangen und selbst sprachliche Schwierigkeiten blieben meist aus. In der ersten Woche wurde unser Englisch auf Vordermann gebracht. Die Sprachschule English in York bietet Schülern aus aller Welt einen optimalen Unterricht. So kam es vor, dass die Gäste aus Deutschland mit Japanern, Spaniern oder Italienern gemeinsame Kurse hatten, andere wiederum mit Schülern aus arabischen Ländern oder Frankreich.
Besonders spannend waren die Praktika. Ein Großteil der Schüler arbeitete in der Gastronomie, andere an Universitäten, Grundschulen oder in Kindergärten. Felix war bei einem Lifestyle-Magazin tätig. Vom Fotostudio, der Online-Redaktion, der Print-Redaktion bis hin zum Lokalfernsehen konnte man in den unterschiedlichsten Bereichen Erfahrungen sammeln. Nach der ersten Woche wurden schon einige Interviews geführt, über eine Kunstgalerie berichtet und ein ziemlich spannendes Streetstyle-Shooting gemacht. Dabei musste Felix mit seiner Kamera möglichst gut gekleidete Leute einfangen. Nach zwei Wochen gab es dann Kuchen zum Abschied und die Erkenntnis, dass sich das Auslandspraktikum auf jeden Fall gelohnt hat.
Annika verbrachte die zwei Wochen in einem Recordlabel und Musik-College. Viele Kontakte mit Leuten aus der britischen Musikbranche wurden geknüpft. Das Praktikum hat Annikas Zukunftspläne stark beeinflusst. Auch nach der Zeit in York hat sie engen Kontakt zu ehemaligen Kollegen und den Studenten, die an dem Musikcollege Access To Music an ihrer Karriere arbeiten.
Es blieb aber genug Freizeit, um Land und Leute kennenzulernen: Am ersten Wochenende machten die Teilnehmer einen Ausflug nach Whitby, mit einem Zwischenstopp am Robin Hoods Bay. Außerdem nahm man an einem Ghostwalk teil einem nächtlichen Rundgang durch die spukende Altstadt. Zudem besuchten die Schüler einen Gottesdienst in der Minster Of York. Der Kirchenchor sang den berühmten Even-Song.
Durch die Fahrt sind neue Freundschaften entstanden. Sei es durch das gemeinsame Mitfiebern bei den Champions-League-Partien, durch das Feiern oder beim Zurechtfinden in der fremden Stadt. Außerdem standen eigene Vorurteile auf dem Prüfstand: Ja, die Engländer trinken tatsächlich so viel Tee wie vermutet. Sie sind ebenfalls Freunde des kühlen Bieres und feiern gerne. Ob Barbecue mit den Nachbarn oder tanzend in Clubs.
Es war ungewohnt, dass die Autos auf der anderen Straßenseite fahren was nicht selten beinahe einen Unfall verursacht hätte. Zum anderen fiel auf, wie nett die Briten sind. Allgemein sind sie wesentlich höflicher als die Deutschen. Selbst beim Aussteigen aus dem Bus bedankt man sich beim Fahrer, und er bedankt sich bei seinen Gästen. Auffallend waren auch die guten Straßenmusiker, die an vielen Ecken der Innenstadt spielten.
Neben den Fast-Food-Spezialitäten Fish undamp; Chips oder Crisps mit Vinegar (Chips mit Essig) kamen wir kulinarisch definitiv nicht zu kurz. Felix und Annika ziehen ein Fazit: Diese Zeit kann einem nun keiner mehr nehmen! Auch wenn wir Schüler aus Jever leider mehr bezahlen mussten, hat sich das Geld gelohnt. Die begleitende Lehrerin der 11a, der BBS1 Wilhelmshaven, hat im Vorfeld viele Sponsoren für ihre Klasse gewinnen können, wodurch die Kosten für jeden einzelnen Schüler gesenkt werden konnten.
