Wilhelmshaven - Mit Marten Gäde (SPD) und Thorsten Moriße (AfD) sind künftig zwei Wilhelmshavener im neuen niedersächsischen Landtag vertreten. Die konstituierende Sitzung des neugewählten Parlaments findet voraussichtlich am 9. November statt. Bis dahin gibt es allerdings keine Verschnaufpause für die Kandidaten, die einen wochenlangen Wahlkampf hinter sich haben, denn schon am heutigen Dienstag trifft sich sowohl die Fraktion der SPD als auch der AfD in Hannover.
Hafenausschuss für Kandidaten gesetzt
Dabei wird es auch um die Sitzverteilung in den Fachausschüssen gehen. Sowohl Gäde als auch Moriße sind als Wilhelmshavener wahrscheinlich für den Hafenausschuss gesetzt. Gäde macht sich zudem Hoffnungen auf den Gesundheitsausschuss dessen Vorsitz aktuell noch sein Vorgänger, der Wilhelmshavener Abgeordnete Holger Ansmann (SPD) inne hat. Das würde auch seiner beruflichen Biografie entsprechen. Gäde ist Fachbereichsleiter in der Sozialen Arbeit für Menschen mit psychiatrischer Beeinträchtigung.
Moriße will weiterhin im Rat der Stadt bleiben
Für den 36-jährigen ist klar, dass er künftig vorrangig um die Landespolitik kümmern kann. Anders sieht das bei Thorsten Moriße (57) aus, der für die AfD als Fraktionsvorsitzender auch im Rat der Stadt Wilhelmshaven sitzt. Diesen Sitz wird er auch – anders als angekündigt – behalten. „Wir möchten das jetzt probieren und sehen wie es klappt.“ Das starke Abschneiden der Alternative für Deutschland hat am Sonntag teilweise für Entsetzen bei Politikern anderer Parteien gesorgt.
Auch SPD-Kandidat Gäde äußerte sich besorgt. Es sei ein „erschreckendes Zeichen“, dass die AfD ein zweistelliges Ergebnis einfahren konnte. sagte Gäde am Wahlabend gegenüber der WZ kurz nach der ersten Hochrechnung. Besorgt zeigte er sich auch am späteren Abend, als klar wurde, dass die rechtspopulistische Partei in vielen Wilhelmshavener Wahlbezirken auf den zweiten Platz kletterte.
Moriße sieht das naturgemäß anders: „Ich bin überwältigt, das ist ein Top-Ergebnis für uns“, sagte er am Wahlabend gegenüber der WZ. Seine Partei habe natürlich sehr vom Bundestrend profitiert: „Wir habe immer den Finger in die Wunde gelegt und sich vor allem als Einheit aufgetreten“, betonte Moriße. Streitereien wie in der Vergangenheit gäbe es in der Fraktion so nicht mehr.
So hat Wilhelmshaven gewählt
Wahlberechtigte: 59510; Wähler: 30601
Gültige Erststimmen: 30142; Gültige Zweitstimmen: 30234
Wahlbeteiligung 2022: 51,42 Prozent; Wahlbeteiligung 2017: 54,06 Prozent
Verteilung der Erststimmen
Marten Gäde (SPD): 10795 Erststimmen; 35,81 Prozent
Martin Ehlers (CDU): 7441 Erststimmen; 24,69 Prozent
Thorsten Moriße (AfD): 3961 Erststimmen; 13,14 Prozent
Alexander von Fintel (Grüne): 3188 Erststimmen; 10,58 Prozent
Jan-Michel Lange (FDP): 687 Erststimmen; 2,28 Prozent
Francis Schulze (Linke): 1135 Erststimmen; 3,77 Prozent
Andreas Lang (Freie Wähler): 1554 Erststimmen; 5,16 Prozent
Leon Droßel (Die Partei): 705 Erststimmen; 2,34 Prozent
Heinz Weerda (Einzelbewerber): 676 Erststimmen; 2,24 Prozent
Verteilung der Zweitstimmen
SPD: 11637 Zweitstimmen; 38,49 Prozent (LW 2017: 45,8)
CDU: 6625 Zweitstimmen; 21,91 Prozent (LW 2017: 27,2)
AfD: 4287 Zweitstimmen; 14,18 Prozent (LW 2017: 7,9)
Grüne: 3271 Zweitstimmen; 10,82 Prozent (LW 2017: 6,0)
FDP: 1131 Zweitstimmen; 3,74 Prozent (LW 2017: 6,0)
Linke: 1012 Zweitstimmen; 3,35 Prozent (LW 2017: 4,4)
Freie Wähler: 665 Zweitstimmen; 2,2 Prozent (LW 2017: 1,5)
Die Partei: 465 Zweitstimmen; 1,54 Prozent (LW 2017: 1,3)
Sonstige: 1144 Zweitstimmen; 3,78 Prozent (LW 2017: 1,4)
