Wilhelmshaven - Kein Hafenthema ist ihm fremd. Denn Günter Reiche hat in seinen für den Wilhelmshavener Hafen wichtigen Funktionen immer wieder als Triebfeder für die wesentlichen Entwicklungen des einzigen deutschen Tiefwasserhafens fungiert. Heute feiert er seinen 90. Geburtstag.

Am 19. Juli 1933 in Chemnitz geboren, hat er nach Abschluss des Abiturs an der technischen Universität in Freiberg und der TH Aachen Bergbau studiert und dort erfolgreich als Diplom-Ingenieur abgeschlossen. Neben vielen leitenden Funktionen bei der Stadt Wilhelmshaven war der Einstieg Günter Reiches als Geschäftsführer bei den Stadtwerken und deren Tochtergesellschaften von besonderer Bedeutung für den Hafen Wilhelmshaven. In dieser Funktion hat er ab 1984 unter anderen den Ausbau des Stadthafens vorangetrieben und dabei seine maritime Kompetenz unter Beweis gestellt.

Privat ist er bis heute glücklich verheiratet mit seiner Frau Gerda. Die beiden haben zwei erwachsene Söhne, die beide im maritimen Bereich Wilhelmshavens tätig sind, sowie eine Enkelin. Günter Reiche ist leidenschaftlicher Segler und war lange mit seinem selbstgebauten Boot unterwegs gewesen. Aus Altersgründen hat er sich jedoch vor Jahren davon getrennt.

Der Jubilar war in den 1970ern einer der fünf „jungen Wilden“, damals allesamt gut situierte Mittvierziger, die das festgefahrene Lions-Clubleben seinerzeit nicht mehr mitmachen wollten und deshalb den Lions-Club Wilhelmshaven-Jade gründeten. So gibt es hier bis heute zwei Service-Clubs der Lions. Parallel zu seinem beruflichen Weg war Günter Reiche mit großem Engagement viele Jahre ehrenamtlich in der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung (WHV) aktiv und bis 1998 deren Vizepräsident. Dabei hat er sich nicht nur um den Inneren Hafen gekümmert; auch die Entstehung des Containerhafens JadeWeserPort (JWP) ist von ihm gemeinsam mit dem Präsidenten John H. Niemann und seinen Vorstandskollegen initiiert und vorangetrieben worden. Beinah wäre Reiche mit der WHV-Arbeitsgruppe Bahn zudem „Bahnchef“ geworden: Die WHV wollte seinerzeit das Nordgleis von der Bundesbahn übernehmen und entwickeln. Dazu hatte der Verein sogar eine Firma gegründet – doch letztlich hatte sich die Bahn nicht von ihrem Nordgleis getrennt. Bis heute kann sich die WHV jedoch auf das große Fachwissen Günter Reiches verlassen und schätzt ihn als Berater insbesondere in Bahnfragen sehr.