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Wilhelmshavener Malteser im Flutgebiet „Wir würden jederzeit wieder hinfahren“

Henning Karasch
Mitglieder der Wilhelmshavener Malteser unterstützten die Hilfsmaßnahmen in den Hochwasser-Gebieten.

Mitglieder der Wilhelmshavener Malteser unterstützten die Hilfsmaßnahmen in den Hochwasser-Gebieten.

Henning Karasch

Wilhelmshaven - Die Zeit zwischen den Jahren war für Janne-Paul Diekmann diesmal nicht so ruhig, wie man sie sich vorstellt. Der 20-Jährige kam vor einigen Jahren über einen Freund zum Malteser Hilfsdienst Wilhelmshaven. Letzte Woche stand der erste große Einsatz für den Auszubildenden an. „Donnerstagabend erhielt unsere Schnelle Einsatzgruppe (SEG) die Bitte der Malteser in Sandkrug, Personal ins dortige Hochwassergebiet zu schicken“, blickt Diekmann zurück. Logistik und Verpflegung habe der Auftrag gelautet. Denn in der Spitze seien dort rund 400 Einsatzkräfte tätig gewesen, vom Technischen Hilfswerk über das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und zahlreiche freiwillige Feuerwehren bis zur Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven.

Deiche mit Wasser vollgesogen

Am ersten Einsatztag ging es für Diekmann mit einem Kollegen im Bulli nach Sandkrug, dessen Malteser sie bereits vom Wochenende an der Jade und vom Rockharz-Festival 2022 kannten. Am zweiten Tag war man zu viert, am dritten Tag mit sechs Maltesern aus Wilhelmshaven vor Ort. „Donnerstag um kurz vor 7 Uhr fuhren wir los und arbeiteten bis 18 Uhr täglich“, so Diekmann. Auf einem großen Platz war ein Bereitschaftsraum eingerichtet worden. Mahlzeiten bereitete das DRK zu. Die Malteser fuhren vier bis sechs Einsatzstellen ab und verteilten Getränke und Snacks, zum Beispiel dort, wo kein Durchkommen war, weil da der Polizeihubschrauber landete.

„Die Lage dort scheint sehr dynamisch. Wir bekamen häppchenweise Informationen, wie es aussah. Die Schäden an den mit Wasser vollgesogenen Deichen waren immens. Aber die Pegelstände gehen zurück“, so der 20-Jährige. Silvester ab 13 Uhr war der Einsatz beendet, alles wurde zurückgerüstet, wie es in der Fachsprache heißt, nur Feuerwehreinsatzkräfte und Deichgänger blieben dort. Über die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung ist Janne-Paul Diekmann nach seinem ersten Einsatz dieser Größenordnung begeistert. „Es gab Lebensmittelspenden, vor allem Selbstgebackenes, ohne Ende. Im örtlichen Supermarkt wurde eine Spendendose aufgestellt. Wir würden alle jederzeit wieder hinfahren.“

Menschen zu helfen, steht an erster Stelle

Er komme nicht aus einer typischen Malteser-Familie, wie er sagt. „Ich bin derzeit in der Ausbildung zum Versorger im Bereich Logistik der Bundeswehr in Flensburg und habe nur sporadisch mitbekommen, was in den Hochwassergebieten passiert, als ich über Weihnachten zu Hause war“, erklärt der 20-Jährige „Früher habe ich beim DJK Fußball gespielt.“ Erfahrungen bei der Hilfe für andere Menschen sammelte er als Schüler bereits. Am Neuen Gymnasium Wilhelmshaven war er bis vor fünf Jahren im Schulsanitätsdienst. „Bei über 1000 Schülern rennen sich immer mal welche über den Haufen“, fasst er den Bereitschaftsdienst zusammen. „Menschen zu helfen, steht an erster Stelle.“ Alles andere ergebe sich bei den Maltesern. An Wochenenden macht Janne-Paul Diekmann alle Einsätze mit, wenn es zeitlich passt, auch darüber hinaus. Dafür würde er andere Termine absagen.

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