Wilhelmshaven - Mit zwei Tüten voller Geschenke, aber vor allem mit einem klaren Bekenntnis für die Einsatzkräfte in Wilhelmshaven im Allgemeinen und der Feuerwehr im Besonderen besuchte Oberbürgermeister Carsten Feist an Heiligabend die Wache 1 der Berufsfeuerwehr an der Mozartstraße. Und er machte deutlich, dass es sich bei dieser Visite um weit mehr als eine symbolische Feiertagsgeste handelt.

Aus seiner eigenen Biografie wisse er genau, was es bedeute, an Feiertagen zu arbeiten, statt diese im Kreise der Familie verbringen zu können. „Mein Vater hatte als Altenpfleger oft an Feiertagen Dienst und in meiner beruflichen Vita, insbesondere in der Zeit beim Jugendamt, hatte ich auch oft genug Bereitschaft.“ Insofern sei es keine Höflichkeitsfloskel, wenn er sage, dass so ein Dienst auch eine Belastung ist, eine persönliche und eine für die Familie. „Umso dankbarer bin ich und ist es die ganze Stadt, dass es Sie gibt. Die Kameraden sorgen dafür, dass sich Menschen in dieser Stadt sicher fühlen können.“ Deshalb stelle niemand, nicht die Politik, nicht die Verwaltung und nicht die Bevölkerung die Wichtigkeit und eine gute Ausstattung der Sicherheits- und Einsatzkräfte infrage. Auch wenn die Stadt natürlich sparen müsse, die Bereiche Bildung, Gesundheit und Sicherheit seien davon ausgenommen. „Wir alle stehen dahinter. Und wenn sich jemand mit unseren Einsatzkräften anlegen sollte, dann legt er sich mit der ganzen Stadt an.“

An Heiligabend Dienst zu haben, sei natürlich immer speziell, betonte Feuerwehr-Chef Josef Schun. Trotzdem gebe es bei den Kameraden keinerlei Klagen, im Gegenteil. „Einer macht heute sogar freiwillig Dienst, weil ein anderer krankheitsbedingt ausgefallen ist.“ Das zeige zum einen den Zusammenhalt in den beiden Wachen, zum anderen aber auch die Motivation und Einsatzbereitschaft jedes einzelnen.

Begeistert sei er zudem von der hohen Qualität innerhalb der Feuerwehr. Das spreche für eine hervorragende Ausbildung. Das bestätigt der für den Aus- und Fortbildungsbereich verantwortliche Harm Wilken. „Seit dem 1. Oktober läuft der neue Ausbildungsgang. Und der ist wieder sehr stark. Wir sind immer auf engagierte Leute angewiesen. Die haben wir. Die jungen Leute haben Lust, bei uns mitzumachen. Sie sind alle richtig heiß auf die Feuerwehr.“ Gleichzeitig bedankte sich Wilken dafür, dass das Rathaus so klar hinter der Feuerwehr stehe. „Das ist ein toller Rückhalt.“

Die gute Ausstattung, die gelebte Kameradschaft und die öffentliche Anerkennung mache die Berufsfeuerwehr attraktiv, nicht zuletzt als Arbeitgeber, ist Schun überzeugt. Das lasse sich zum Beispiel an der Zahl und Qualität der Bewerber ablesen, die es möglich mache auszuwählen. Das sei in anderen Branchen bekanntlich nur noch selten der Fall. Gerade erst sei die Nachwuchsgewinnung in die nächste Runde gegangen, ergänzt Wilken und rührt die Werbetrommel. „Die neuen Ausschreibungen sind raus.“

Lutz Rector
Lutz Rector Stellv. Redaktionsleitung, Wilhelmshavener Zeitung