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Zwei neue Arbeitsgruppen des ICBM - Suche nach neuen Antibiotika im Meer

Ulrich Müller-Heinck
Wilhelmshaven -

Der Einzug der Arbeitsgruppen Marine Sensorsysteme und Umweltbiochemie des ICBM der Universität Oldenburg im Jade-Innovationszentrum (JIZ) musste von langer Hand vorbereitet werden: Forschung und Entwicklung unter unserem Dach anzusiedeln, war schon immer ein Wunsch, so JIZ-Geschäftsführerin Dr. Monika Michaelsen bei der gestrigen Präsentation, denn wir verstehen uns als Knotenpunkt für die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft.

Doch streng genommen gaben die Förderrichtlinien, die auf kleinere und mittlere Unternehmen abhoben, die Unterbringung einer universitären Einrichtung im städtisch unterhaltenen Haus an der Emsstraße nicht her. Schließlich wurde aber der Antrag der kommunalen Wirtschaftsförderung an die N-Bank zur Bereitstellung von 250 Quadratmetern mit Laborflächen für die Instituts-Gruppen genehmigt.

Wohl auch mit Blick auf die nach den Worten von Michaelsen durchaus zu erwartenden positiven Effekte auf die Wirtschaft und Wissenschaft in der Region. In diesen Zusammenhang gehöre ebenfalls die Kooperation von Universität Oldenburg und Jade Hochschule.Prof. Dr. Oliver Zielinski, Leiter der Arbeitsgruppe Marine Sensorsysteme, unterstrich: Wenn man einen Standort nach vorne bringen will, gehört dazu mehr als Kapital und Boden es kommt auch darauf an, welche Leute es gibt und wie qualifiziert sie sind.

Was zum Beispiel den Bereich Meerestechnik angehe, habe sich Wilhelmshaven bereits gut aufgestellt, sagte Zielinski, der zuletzt das Institut für Marine Ressourcen in Bremerhaven leitete. Ein Zentrum für Meerestechnik ermögliche Forschung, Entwicklung und Ausbildung im Verbund von Ingenieur- und Naturwissenschaft, Qualifikation maritimer Experten von Bachelor bis Promotion sowie Innovationen in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft.

Schwerpunkte in der Arbeitsgruppe von Zielinski sind die Erforschung und Entwicklung geeigneter, insbesondere optischer Sensoren, um Schlüsselvariablen in Küstenzonen und Schelfmeeren zu ermitteln und diese in Beobachtungssysteme einzubinden. Dabei sollen Prozesse im Meer unter dem Einfluss langfristiger Veränderungen und kurzfristiger Ereignisse erfasst werden. Im Fokus steht hier die Umweltüberwachung.


Die Sensoren sollen nicht nur widerstandsfähig sein, sondern rund um die Uhr Daten liefern, im Minuten- oder sogar Sekundentakt. Ideale Testsituationen erlaubt die seit 2002 bestehende Messstation des ICBM im Seegatt bei Spiekeroog, die nun mit Hilfe von Fördermitteln für rund eine dreiviertel Million Euro messtechnisch vollständig neu bestückt und damit für die nächsten zehn Jahre fitgemacht werden kann.

Die Arbeitsgruppe Umweltbiochemie von Prof. Dr. Peter Schupp hat die drei Schwerpunkte Chemische Ökologie, Mikrobielle Ökologie und Biotechnologie. Im Blick sind besonders die aus der Natur ableitbaren möglichen Arzneimittel. So erforscht man, welche Chemie etwa Algen oder Schwämme einsetzen, um nicht gefressen zu werden. Von Interesse sind ebenfalls die Mikroorganismen, die in Symbiose solche Stoffe herstellen.

Bei der Suche nach neuen, wirksamen Antibiotika konzentriert man sich zunehmend auf marine Mikroorganismen, erklärte Schupp, der in den vergangenen Jahren als Direktor an der Universität von Guam im Westpazifik bereits viel über Korallenriffe geforscht hat. Zu den Zielen gehört ein Management zum Schutz von Korallenriffen, auch vor dem Hintergrund der Klimaerwärmung und der mit der Säureanreicherung verbundenen Störung des Kalkskelettaufbaus von Korallen.

Im ICBM-Terramare befindet sich jetzt ein Großaquarium zur weiteren Forschung im Aufbau. Forschungsziele sind zudem Anti-Bewuchsanstriche von Schiffen auf biologischer Basis. Nordseealgen sollen dahingehend auf entsprechende enthaltene Stoffe getestet werden.Andreas Leonhardt von der Wirtschaftsförderung in Wilhelmshaven zeigte sich gestern mit Blick auf den Zuzug der Wissenschaftler froh, dass es geklappt hat. Wo dieses Wissen ist, siedeln sich auch Unternehmen an, die innovatives Wissen suchen.

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