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Sie verblüffen nicht nur die Konkurrenz

19.02.2018

Pyeongchang Unmittelbar nach der bisher größten Sensation der Winterspiele von Pyeongchang rasteten die Menschen im Ziel aus, jubelten und brüllten – nur Ester Ledecka stand fassungslos da. Nach ihrem Sensationslauf zu Olympia-Gold im Super-G starrte die Tschechin sekundenlang ungläubig auf die Anzeigetafel und rührte sich nicht. „Du bist die Gewinnerin“, sagte schließlich der Kameramann im Ziel. „Nein“, antwortete Ledecka. Dann lächelte sie verlegen. Als krasse Außenseiterin hatte sie die komplette Weltelite düpiert. Denn Ledecka ist zwar Weltmeisterin – allerdings auf dem Snowboard.

Erst vor zwei Jahren bestritt die zweimalige Snowboard-Weltmeisterin ihren ersten Ski-Weltcup. In 19 Rennen war ein siebter Platz das beste Ergebnis. Doch dann schob sich die 22-Jährige aus dem Starthaus – und schnappte Anna Veith das Gold weg. Die Österreicherin reagierte fassungslos auf die 0,01 Sekunden Rückstand.

„Ich habe gedacht, das ist ein Fehler mit der Zeitmessung“, erklärte Ledecka ihre Reaktion im Ziel. Sie habe darauf gewartet, dass auf die angebliche Bestzeit noch ein paar Sekunden draufgepackt werden. Aber das passierte nicht. „Das war natürlich mein Traum, weil ich jedes Rennen immer gewinnen will. Aber das habe ich natürlich nicht erwartet“, sagte sie.

Völlig unter gingen alle anderen Geschichten, etwa das famose Comeback von Veith nach einer schweren Knieverletzung, die verpasste Medaille von US-Star Lindsey Vonn wegen eines groben Fehlers und der zehnte Platz der deutschen Hoffnungsträgerin Viktoria Rebensburg.

Ledecka stahl allen die Show – und überraschte sich selbst. Bei der Pressekonferenz wollte sie ihre Skibrille nicht absetzen. „Ich war nicht darauf vorbereitet so wie die anderen Mädels. Ich trage kein Make-up“, erklärte sie. „Ich will nicht unhöflich sein, aber lieber würde ich jetzt Snowboarden gehen“, sagte die Tschechin. Schließlich stehe ja noch das Rennen im Parallel-Riesenslalom auf einem Brett an, in dem sie auch Gold-Favoritin ist.

Noch kein Sportler ist in beiden Disziplinen bei Olympia angetreten, schon dieser Plan war historisch. Die Goldmedaille sorgte in der Szene für Ungläubigkeit und Begeisterung. „Super geil“, sagte Rebensburg: „Solche Sachen sind Olympia. Ich finde es richtig cool für unseren Sport.“ Niemand hätte mit diesem Coup gerechnet, selbst IOC-Präsident Thomas Bach hatte Veith schon gratuliert.

Weniger überraschend war dagegen der Sieg von Marcel Hirscher im Riesenslalom. Nach der Machtdemonstration des Österreichers konnten seine Verfolger nur noch verblüfft applaudieren – an eine Attacke auf den besten Skirennfahrer der Gegenwart ist auch bei diesen Winterspielen bislang nicht zu denken. Schon in der Kombination ging Gold an Hirscher.

Mit zwei dominanten Läufen hatte der Österreicher den Dauerrivalen Henrik Kristoffersen aus Norwegen um 1,27 Sekunden distanziert – das war der größte Vorsprung bei einem olympischen Männer-Riesenslalom seit 50 Jahren. „Er fährt in einer eigenen Liga“, räumte Kristoffersen ein. Die Ski-Welt verneigt sich vor Hirscher und seiner Karriere der Superlative. Und die ist nicht zu Ende – im Slalom am Donnerstag will er sein drittes Gold in Südkorea holen.

Für die deutschen Männer war es das schlechteste olympische Riesenslalom-Ergebnis seit 2006. Linus Straßer wurde 22., Fritz Dopfer kam auf Rang 26., Alexander Schmid schied im ersten Lauf aus.

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