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NWZonline.de Sport Weitere Wintersport Ski Alpin

Rebensburg fährt voll auf Angriff

28.10.2017

Sölden Viktoria Rebensburg steht auf einem Parkplatz der Gondelbahnen in Sölden und demonstriert ihre Lockerheit vor dem ersten Saisonrennen. „Auf der Couch“, antwortet Deutschlands beste Skirennfahrerin auf die Frage, wie sie sich auf den Olympia-Winter vorbereitet hat. Rebensburg grinst und schiebt dann schnell hinterher: „Na, ich war viel unterwegs.“ Die Botschaft: Ich bin entspannt, und ich bin gut vorbereitet.

Mit dem Riesenslalom auf dem Rettenbachgletscher beginnt die Saison für Rebensburg und die drei anderen nominierten Fahrerinnen des Deutschen Skiverbands – Jessica Hilzinger, Patrizia Dorsch und Maren Wiesler – an diesem Samstag (10 Uhr/Eurosport, ab 13 Uhr auch in der ARD) endgültig.

Für Rebensburg, die Riesenslalom-Olympiasiegerin von 2010, wird es der erste Gradmesser, ob sich all die Analysen, Veränderungen und Anstrengungen nach der durchwachsenen WM-Saison bezahlt machen. Und ob sie in den kommenden Monaten eine Chance hat, Rennen zu gewinnen, Punkte zu sammeln, bei Olympia in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) um Medaillen und am Saisonende auch um Kristallkugeln fahren zu können.

„Der Riesentorlauf ist auch für sie eine wichtige Basis, um sich auch im Speed weiter zu steigern“, sagt der neue Frauen-Cheftrainer Jürgen Graller. Der Nachfolger von Markus Anwander soll dafür sorgen, dass Deutschlands Antwort auf Spitzenfahrerinnen wie Lara Gut (Schweiz), die am Freitag nach überstandenem Kreuzbandriss überraschend ihren Start für das Rennen am Samstag ankündigte, Mikaela Shiffrin (USA) oder Anna Veith (Österreich) mittelfristig nicht nur Viktoria Rebensburg heißt. Und, dass die 28-Jährige vom SC Kreuth bis dahin dennoch eine ernste Bedrohung für alle Ambitionen der Konkurrenz bleibt – oder, genauer: wieder wird.

„Das Gefühl ist schon ein ganz spezielles, wenn man hier ins Tal fährt vor dem Rennen und weiß, es geht wieder los. Das ist vor keinem Rennen so wie hier“, erzählt Rebensburg: „Ich will richtig heiß sein. Ich weiß, wie es ist, wenn man von der Couch aus zuschauen muss. Deswegen will ich das genießen.“

Vor zwölf Monaten kam ihr ein Schienbeinkopfbruch im rechten Knie in die Quere. Von den verpassten Trainingseinheiten und dem verpassten Saisonstart hat sie sich die ganze Saison über nie richtig erholt. „Letztes Jahr waren es sechs, jetzt sind es 28 Trainingstage“, erzählt Rebensburg, sie sei „zwei Monate lang fast jeden zweiten Tag auf Ski gestanden“. Rebensburg sei „fit und weiß, wo sie hin will“, sagt Graller. Oder, in ihren Worten: „Ich hab Bock.“

Auch die Form von Felix Neureuther ist vor dem ersten Weltcup-Rennen an diesem Sonntag (10 und 13 Uhr/ Eurosport und ARD) in Sölden gut wie lange nicht, der 33-Jährige traut sich bei den Winterspielen in Pyeongchang den großen Wurf zu: „Es steckt noch in mir, dass ich Rennen gewinnen kann und dort ganz vorne bin.“

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