Berlin (dpa) - Mehrere Wochen nach dem Start des Ausbildungsjahrs sind immer noch zehntausende junge Menschen ohne Lehrstelle - doch ein Großteil davon soll noch versorgt werden. «Das Ausbildungsjahr ist noch nicht vorbei», sagte die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, am Dienstag in Berlin. «Wir können immer noch junge Leute in Ausbildungen vermitteln.»

Im Sommer waren laut Nahles noch 75.000 Menschen ohne Ausbildungsplatz. «Das wollen wir noch deutlich nach unten drücken.» Damit Bewerber und ausbildende Unternehmen zusammenfinden, liefen derzeit Nachvermittlungsaktionen. In den vergangenen Jahren sei es damit gelungen, die Zahl der Unversorgten auf etwa 25.000 zu senken.

Grundsätzlich gibt es nach Angaben von Nahles mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber. Einzelne Branchen und Regionen haben jedoch das gegenteilige Problem - und mehr Bewerbungen als Lehrstellen.

Nahles riet unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern zu Offenheit gegenüber möglichen interessanten Angeboten. «Manche haben sich dann auch fixiert auf einen Beruf und dann klappt es nicht», sagte die frühere Bundesarbeitsministerin. Durch Gespräche in der Nachvermittlung könnte zum Teil das Berufsfeld der Bewerberinnen und Bewerber erweitert werden.

Gute Bedingungen für Azubis ist auch ein Teil der Fachkräftestrategie der Bundesregierung. Das Bundeskabinett will diesen umfassenden Ansatz zur Gewinnung einer ausreichenden Zahl von Beschäftigten in allen Bereichen an diesem Mittwoch offiziell auf den Weg bringen, wie Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ankündigte.

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