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Konjunktur Deutscher Außenhandel kommt nicht in Schwung

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent schrumpft.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent schrumpft.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wiesbaden (dpa) - Die schwächelnde Weltkonjunktur lastet auch zum Jahresende auf der exportorientierten deutschen Wirtschaft. Zwar stieg der Wert der Warenausfuhren «Made in Germany» im November gegenüber dem Vormonat unerwartet deutlich um 3,7 Prozent, und die Industrie erhielt etwas mehr Aufträge als im Oktober.

Doch im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die Exporte um 5 Prozent, und die Bilanz für die ersten elf Monate fiel negativ aus, wie das Statistische Bundesamt am Montag weiter mitteilte. Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben nach Einschätzung von Volkswirten vorerst trübe.

«Das weltwirtschaftliche Umfeld ist schwach, und das Umfeld für anziehende Investitionen ist ungünstig», sagte VP Bank-Chefvolkswirt Thomas Gitzel. Auch der Präsident des Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen, Dirk Jandura, zeigte sich wenig optimistisch.

Der Außenhandel sei weiterhin schwach, und die zusätzliche Bürokratie belaste unnötig. Hinzu kommt: «Die Sicherheitslage im Nahen Osten sowie die Übergriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer werden sich in den kommenden Monaten weiter negativ auswirken und sich in der Folge in den Handelswerten niederschlagen», sagte Jandura.

Volkswirt: Krieg in Gaza verschärft strukturelle Probleme

Im November lieferten deutsche Exportunternehmen insgesamt Waren im Wert von 131,2 Milliarden Euro ins Ausland. In den ersten elf Monaten sanken die Exporte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,1 Prozent auf 1436,5 Milliarden Euro. Die Importe verringerten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 12,2 Prozent auf 110,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Oktober stiegen sie leicht um 1,9 Prozent.

ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski zufolge verschärfen die Abkühlung der weltweiten Nachfrage und der Krieg in Gaza mit Spannungen im Suezkanal derzeit die strukturellen Probleme. «Seit Beginn des Jahres 2022 belasteten die Nettoexporte in vier von sechs Quartalen die Wirtschaft.»

Im Gesamtjahr 2022 hatte der deutsche Außenhandel auch wegen teils deutlicher Preiserhöhungen noch ein Rekordergebnis erzielt. Genau beziffern lassen sich die Effekte allerdings nicht, da die Statistiker keine preisbereinigten Daten zum Außenhandel erheben.

Schwache Nachfrage aus dem Ausland

Die Bestellungen in der deutschen Industrie stiegen im November gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent, wie das Statistische Bundesamt ebenfalls am Montag mitteilte. Die Entwicklung fiel allerdings weniger stark aus als von Analysten im Schnitt mit plus 1,1 Prozent erwartet. Beim Auftragseingang aus dem Inland deutete sich nach Angaben der Behörde in zentralen Bereichen zuletzt eine Stabilisierung an, dagegen belaste die schwache Auslandsnachfrage insbesondere aus dem Euroraum weiterhin die Industriekonjunktur.

Ifo-Präsident Clemens Fuest hält nach einem erwarteten Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent im vergangenen Jahr inzwischen eine ähnliche Entwicklung auch in diesem Jahr für möglich. Auch für dieses Jahr seien die wirtschaftlichen Aussichten «eher bescheiden», sagte Fuest jüngst. «Das Wirtschaftswachstum wird nach unserer Einschätzung irgendwo zwischen null und einem Prozent landen. Es kann, wenn es schlecht läuft, aber auch ins Negative rutschen.»

Auch die Konjunkturexperten des IMK sind mit Blick auf das neue Jahr wenig optimistisch. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent schrumpft. Eine der Hauptursachen sehen die Experten in der Schuldenbremse, die wichtige Investitionen in Klimaschutz und Infrastruktur erschwere. Sie verlangen eine Reform der Schuldenbremse - und Ausnahmen für dringende Investitionen.

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