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Studie Frauen-Anteil in Topetagen kommunaler Firmen steigt leicht

Bei 21,9 Prozent der insgesamt neu zu besetzenden 269 Top-Posten in kommunalen Firmen kamen zuletzt Frauen zum Zug.

Bei 21,9 Prozent der insgesamt neu zu besetzenden 269 Top-Posten in kommunalen Firmen kamen zuletzt Frauen zum Zug.

Annette Riedl/dpa

Friedrichshafen (dpa) - Frauen sind in der Topetage von Firmen größerer Städte einer Studie zufolge zuletzt langsamer vorangekommen als in deutschen Börsenschwergewichten.

Zwar stieg der Anteil weiblicher Führungskräfte in kommunalen Unternehmen von 69 analysierten Städten im Untersuchungszeitraum März/April gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,9 Prozentpunkte auf 21,5 Prozent, wie aus der Auswertung der Zeppelin Universität Friedrichshafen hervorgeht. In der Führungsetage der 40 Dax-Konzerne lag der Frauen-Anteil nach Daten der gemeinnützigen Allbright Stiftung mit 23,3 Prozent (Stichtag 1. März) aber höher.

Keine Quote auf kommunaler Ebene

«Der Unterschied bei den Entwicklungen dürfte vor allem auf die gesetzlichen Vorschriften für börsennotierte Unternehmen zurückzuführen sein, die es bei kommunalen Unternehmen nicht gibt», erläuterte Studienleiter Ulf Papenfuß. Börsennotierte und paritätisch mitbestimmte Unternehmen mit mehr als 2000 Beschäftigten und mehr als drei Vorständen müssen inzwischen bei der Neubesetzung in dem Gremium darauf achten, dass mindestens eine Frau in der Topetage sitzt (Zweites Führungspositionen-Gesetz).

Der Studie zufolge kamen bei 21,9 Prozent der insgesamt neu zu besetzenden 269 Top-Posten in kommunalen Firmen zuletzt Frauen zum Zug. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 32,1 Prozent. «Aus meiner Sicht sollte sich jede Gebietskörperschaft einen Public Corporate Governance Kodex geben, in dem die Anforderungen aus dem zweiten Führungspositionen-Gesetz zur Mindestbeteiligung von Frauen als Empfehlung aufgenommen werden sollten», sagte Papenfuß.

Offenbach als Spitzenreiter

Bundesweit wurden 1429 kommunale Unternehmen in 69 größeren Städten einschließlich der Landeshauptstädte analysiert, in denen die öffentliche Hand die Mehrheit hat. Demnach waren 449 der insgesamt 2089 Posten im Vorstand, der Geschäftsleitung oder Geschäftsführung mit Frauen besetzt.

Spitzenreiter war wie schon in den Vorjahren das hessische Offenbach mit einem Frauenanteil von unverändert 42,1 Prozent in der Topetage kommunaler Firmen. Hannover belegte mit 37,5 Prozent (Vorjahr: 31,3 Prozent) Rang zwei, dicht gefolgt von Berlin mit 37,3 Prozent (Vorjahr: 36,4 Prozent). Einen Sprung nach oben machte Wittenberg. Die Stadt in Sachsen-Anhalt kam auf einen Frauenanteil von 35,7 Prozent, nach 15,4 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Mancherorts keine einzige Frau

Keine weiblichen Führungskräfte wurden in kommunalen Firmen in Trier Osnabrück, Ingolstadt, Neunkirchen und Völklingen festgestellt. Zwar gebe es vor allem in Neunkirchen, Trier und Völklingen nur vergleichsweise wenige kommunale Unternehmen, die entsprechend der Methodik der Studie berücksichtigt werden konnten, hieß es.

Allerdings sei in anderen Städten mit vergleichbar kleinen Beteiligungsportfolien ein höhrer Frauenanteil im Top-Management feststellbar, unter anderem in Weimar (33,3 Prozent) und Regensburg (23,1 Prozent). Mehr als die Hälfte der Städte mit mehr als 30 Prozent weiblich besetzten Top-Managementposten liegen den Angaben zufolge in Ostdeutschland.

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