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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

10 Tage Streik für 0,3 Cent mehr?

07.06.2008

BERLIN /HINTE /BREMEN Nach dem Ende ihres Lieferboykotts fordern die deutschen Milchbauern die vom Handel zugesagten Preiserhöhungen ein und schließen andernfalls weitere Aktionen nicht aus. Die Molkereien warnten am Freitag vor übertriebenen Hoffnungen, sagten aber zu, alle Mehreinnahmen an die Landwirte weiterzureichen.

Handelsexperten gingen davon aus, dass die meisten Handelsketten dem Beispiel des Discounters Lidl folgen und zehn Cent mehr für den Liter Milch zahlen werden. Der höhere Preis werde an den Kunden weitergereicht. Edeka kündigte dies bereits an: Von Montag an werde die Gruppe den Einstandspreis für den Liter Vollmilch um zehn auf 71 Cent anheben, sagte ein Sprecher.

Allerdings wies der Verband der privaten Milchwirtschaft darauf hin, dass Milch und Butter nur einen geringen Teil aller Milchprodukte ausmachten. Für die anderen Produktgruppen müsse jetzt einzeln verhandelt werden. „Die Erzeuger erwarten jetzt, dass ab sofort 43 Cent je Liter Milch ausgezahlt werden, das ist mit Sicherheit nicht der Fall“, sage Geschäftsführerin Susanne Nüssel in München.

„Ich bin überzeugt, dass die Aktion von Lidl den Preis für die Landwirte nur minimal verbessert“, sagte Martin Mischel, Vertriebsvorstand beim Bremer Molkerei-Riesen Nordmilch der „Süddeutschen Zeitung“. „Sie werden dadurch vielleicht 0,3 Cent pro Liter mehr erhalten.“ Lidl wolle nur die Preise für Butter und Milch erhöhen. Die Produktpalette im Milchregal sei aber erheblich breiter.

Die Landwirte selbst sehen den Konflikt noch nicht gelöst. „Wir haben gestern nicht gefeiert und müssen erst abwarten, ob wir unseren Kampf nicht doch noch fortzuführen haben“, sagte Niedersachsens BDM-Landesvorsitzender Christian Niemann aus Hinte (Kreis Aurich). Die Verhandlungsbereitschaft der Handelsketten sei nur ein Etappensieg. Der geforderte Abnahmepreis von 43 Cent pro Liter sei zudem nicht das einzige Ziel. Das gesamte Preis- und Liefersystem müsse reformiert werden.

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner verlangte eine Änderung des Kartellrechts. Ein paar große Lebensmitteleinzelhändler seien in der Lage, die Molkereien an die Wand zu drücken, sagte er dem Sender NDR Info.

Derweil deckten sich die Verbraucher vor der erwarteten Preiserhöhung mit Milch ein. „Milch läuft wie verrückt“, sagte der Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, zu den Umsätzen am Freitag.

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