Barßel - Nach dem Nachweis des Vogelgrippe-Virus H5N8 in einem Mastbetrieb in Barßel-Lohe (Kreis Cloppenburg) ist die Tötung von rund 108 000 Tieren beschlossen worden. Sämtliche 16 000 Puten des betroffenen Betriebes seien bereits beseitigt worden, sagte Landkreissprecherin Sabine Uchtmann am Donnerstag. Die Keulung von 92 000 Hühnern zweier benachbarter Betriebe soll am Freitag abgeschlossen sein, sagte Landkreissprecher Frank Beumker.

Das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 war am Mittwoch in dem Mastbetrieb nachgewiesen worden. Die Ursache für den Ausbruch ist unklar. Es ist der erste Fall in einem niedersächsischen Nutzgeflügelbestand in der aktuellen Epidemie.

Nach Angaben der Geflügelwirtschaft ist Niedersachsen das Bundesland mit dem größten Geflügelbestand. Der Kreis Cloppenburg ist einer der Schwerpunkte. Dort werden rund 13,2 Millionen Stück Geflügel gehalten.

Wegen der Vogelgrippegefahr muss Geflügel in mehr als der Hälfte der Kreise im Stall gehalten werden. Eine landesweite Stallpflicht lehnt Agrarminister Christian Meyer (Grüne) aber ab. Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) fordert gar eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel. „Wir müssen schneller sein, als sich das Virus ausbreitet“, sagte Präsident Friedrich-Otto Ripke. Er setzt auch auf das schnelle Keulen des Geflügels im Sperrbezirk. Der Tierschutzbund warnt hingegen vor übereilten Entscheidungen. „Die vorbeugende Tötung nicht nachweislich infizierter Tiere ist klar abzulehnen“, sagte Präsident Thomas Schröder.

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