Großenkneten - Viele haben sich schon vorab intensiv mit dem Energiesparen beschäftigt und bereits in ihr Haus investiert. Ihnen ging es darum, ihren aktuellen Stand von Experten einschätzen zu lassen und mögliche weitere Schwachstellen zu erkennen. Andere sind aber auch erst durch die Kampagne „Taten statt Warten“ erstmals aktiv geworden und ließen sich beraten. „Das ist prima gelaufen“, freute sich Bürgermeister Thorsten Schmidtke über die Resonanz. „Das ist viel besser als anfangs erwartet angenommen worden“, sagte er beim Abschlussgespräch am Freitagvormittag im Kneter Rathaus.
Petra Rabius-Hermann, Energieberaterin und Koordinatorin im Auftrag der Gemeinde, hatte die Zahlen: Insgesamt sind 127 Gebäudeenergiechecks zum vergünstigten Preise vergeben worden. 102 Besuche haben die sechs unabhängigen Energieberater bereits absolviert, weitere 25 folgen noch. Der Grund: Besonders in der letzten Tagen klingelte das Telefon noch einmal sehr oft. So viele Termine waren bis zum Ende der Kampagne am Freitag nicht unterzubringen, so dass die bereits vereinbarten Termine demnächst folgen. Für Interessierte gibt es jetzt aber keine Chance mehr für den subventionierten Sonderpreis. „Jetzt ist Schluss“, betonte Kämmerer Horst Looschen, der die Kampagne im Rathaus maßgeblich begleitet hatte.
Als die ersten 75 Checks nach rund einem Monat vergriffen waren, hatte die Gemeinde noch einmal 75 dazu gegeben. Vielen seien die großen Schwachstellen im Haus bekannt gewesen, schilderte Rabius-Hermann ihre Eindrücke von den rund einstündigen Gesprächen, „aber die Kleinigkeiten wurden oft nicht bedacht". Sie nannte Beispiele wie die Dämmung von Jalousiekästen, Nachstellen der Fenster oder die Bodenluken. Diese Schwachstelle im Dach hatten viele gar nicht auf der Rechnung. Dämmung, Heizung, Fördermittel: Das waren immer Themen bei den Beratung.
Überwiegend nutzten ältere Bürger das Beratungsangebot, „aber auch jüngere“, wie Rabius-Hermann betonte. Zufrieden zeigte sie sich auch mit der Resonanz auf die Vorträge. Insgesamt kamen mehr als 100 Gäste. Besonders das Problem Schimmel interessierte viele.
Energieberater Stefan Delius hatte wie die Kollegen Sandra Stolle und Jens Bakenhus den Eindruck, dass eher Hausbesitzer teilnahmen, die bereits ganz gut aufgestellt waren. „Was kann man noch mehr machen“, war hier die Fragestellung. Karin Wert merkte an, dass die Hausbesitzer oft bereits sparsam agieren. In großen Gebäuden werden dann auch nur die Zimmer geheizt, die auch genutzt werden. Wichtig sei: Die ungeheizten Zimmer müssten geschlossen bleiben. Sonst könne es zu (Schimmel-)Problemen kommen.
Johannes Gadeberg vom Energiekonsens bezeichnete die Kampagne in Großenkneten als „toll. Besser geht es nicht“. Die unabhängigen Energieberater seien fachlich top. So werde das Thema vor Ort bekannt und könne erfolgreich umgesetzt werden.
Bei aller Freude war es für ihn ein zwiespältiger Termin. In Niedersachsen wird der Energiekonsens gerade aufgelöst. Für Gadeberg war es nicht nur der Abschluss von „Taten statt Warten“, sondern zugleich das Ende vom Energiekonsens. Er dankte allen Beteiligten in Großenkneten mit jeweils einer Flasche Apfelsaft, selbst gepflückt und gemacht.
