Friesoythe - Rund 1450 Kilometer Gewässer gilt es für die Mitarbeiter der Friesoyther Wasseracht zu überwachen. Von Emstek im Süden bis nach Barßel im Norden erstreckt sich das 76 000 Hektar große Verbandsgebiet und das damit verbundene Gewässersystem. Die Aufgaben, die die Mitarbeiter verrichten, sind vielseitig: Grundsätzlich geht es jedoch darum, die Wasserzüge freizuhalten, so dass das Wasser ablaufen kann. Doch auch die Bereinigung der Gewässer oder die Instandsetzung der Gewässerböschung werden von den rund 30 Mitarbeitern vorgenommen.

Die Friesoyther Wasseracht wurde im Jahr 1922 gegründet. Alle Eigentümer der zum Verband gehörenden Grundstücke sind Verbandsmitglieder, denn die Mitgliedschaft in einer Wasseracht ist per Gesetz an das Eigentum an Grund und Boden gekoppelt. Die Friesoyther Wasseracht zählt momentan rund 30 500 Mitglieder. „Wir arbeiten nach dem Prinzip einer Solidaritätsgemeinschaft. Wenn es regnet, muss der Niederschlag auch wieder abgeführt werden. Daher bezahlt bei uns jeder denselben Grundbeitrag“, erklärt Martin Windhaus, Geschäftsführer der Wasseracht.

„75 bis 90 Prozent der Gewässer im Verbandsgebiet sind Eigentum der Friesoyther Wasseracht und müssen daher einmal im Jahr begutachtet werden“, sagt Windhaus. Dabei sei es besonders schwierig, den richtigen Mittelweg zwischen den einzelnen Aufgaben zu finden: „Die Grundaufgabe ist die Sicherstellung des freien Ablaufs der Gewässer. Es müssen jedoch auch ökologische Richtlinien eingehalten und auf mögliche Entwicklungsprozesse geachtet werden.“ So steht besonders der Schutzstreifen zwischen Böschung und Gewässerrand im Fokus. „Dort finden kleinere Tiere und Fische Schutz vor ihren Feinden“, sagt Windhaus.

Die Wasseracht ist ein Wasser- und Bodenverband und daher ebenso für die Gewässer als auch die Böschungen und die Wind- und Sonnenschutzstreifen an den Seiten der Verbandsgewässer zuständig. „Wir mähen die Böschungen, bewahren die Tiefe der Gewässersohle und sorgen für die Pflege der Gehölzstreifen, die zu den Verbandsgewässern gehören“, erklärt Vorstandsvorsitzender Hans Peckskamp.

Wenn es im Verbandsgebiet Probleme mit Gewässern gibt, ist jedoch nicht immer die Wasseracht der richtige Ansprechpartner. „Kippt ein Teich oder ein See um, ist das eine Angelegenheit der Wasserbehörde und des Landkreises. Wir sind nur für den technischen Ablauf im Gewässersystem zuständig“, stelltPeckskamp klar. Ebenso seien die Thülsfelder Talsperre, der Elisabethfehnkanal und die Bundeswasserstraßen „Ländersache“.

Lars Puchler
Lars Puchler Redaktion Lokalsport Ammerland