Sande - Ende des Jahres wird die Gemeinde Sande mit der Rekordhöhe von 16,1 Millionen Euro bei den langfristigen Verbindlichkeiten in den roten Zahlen stehen. Auch einen ausgeglichenen Haushalt wird es 2015 laut Prognose nicht geben.
Zwar konnte das Minus von gut 1,1 Millionen Euro im Ergebnishaushalt aus dem ersten Entwurf um einige hunderttausend Euro reduziert werden, so dass jetzt mit einem Minus von gut 500 000 Euro für 2015 gerechnet werden muss. Grund zur Freude besteht deswegen aber kaum.
Das ist zumindest auch der CDU, den Grünen und der FDP im Sander Rat sowie Verwaltungschef Stephan Eiklenborg klar: „Es wird immer noch mehr Geld ausgegeben, als reinkommt, Sachwerte können nicht erhalten werden, langfristig wird die Handlungsfreiheit der Gemeinde nicht mehr möglich sein“, warnte CDU-Fraktionsvorsitzender Oliver Kohls in der Ratssitzung am Donnerstag. Er sei enttäuscht, dass die SPD-Mehrheitsgruppe keinen der Sparvorschläge der CDU auch nur annähernd in Betracht gezogen habe.
Wie berichtet, hatte die CDU massive Einsparungen, unter anderem beim Personal und der Sander Verwaltung gefordert. Auch eine so genannte Nachhaltigkeitssatzung als kommunale Schuldenbremse hatte die CDU ins Gespräch gebracht. Die fand bei den Grünen und der FDP auch Zustimmung.
Laut SPD-Fraktionsvorsitzendem Achim Rutz gebe es dennoch keinen Grund zur Panikmache und zum Schlechtreden der Gemeinde. „Wir sollten vielmehr mit Stolz auf das Erreichte hinweisen und die anstehenden Investitionen nicht nur als Bürde empfinden“, sagte er. Schließlich sei es der Verwaltung gelungen, mit gutem planerischem Willen 800 000 Euro für den Ergebnishaushalt 2015 „herbeizuzaubern“.
Erst jetzt sei der Haushaltsentwurf laut Rutz realistisch. Und die SPD geht sogar noch einen Schritt weiter: „Die gute wirtschaftliche Gesamtlage lässt erwarten, dass sich eher eine positive Entwicklung verfestigen wird, die uns am Ende in der Jahresrechnung 2015 zumindest eine schwarze Null im Ergebnis-Haushalt beschert“, sagte Rutz. Damit erntete er Kopfschütteln aus den Reihen der Opposition.
Sowohl Sandes Kämmerer Jürgen Focke als auch Bürgermeister Stephan Eiklenborg betrachten die Finanzen der Gemeinde und ihre künftige Entwicklung dagegen mit großer Sorge: „Die Zahlen sind keineswegs beruhigend“, sagte Eiklenborg.
Focke mahnte, dass Sande mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1788 Euro deutlich über dem Landesdurchschnitt von 680 Euro liege.
Zudem rechnet die Gemeinde für 2015 mit gut 6,5 Millionen Euro für notwendige Investitionen. Und die müssen überwiegend durch Kredite finanziert werden.
Dennoch passierte der Haushalt letztlich bei acht Gegenstimmen den Gemeinderat.
