Heide - In der Geschichte von Heide war das Jahr 1972 wie eine Zäsur. „Da ging es richtig los hier“, beschreibt Gästeführerin Anni Schlüter, wie sich die damalige Gebietsreform auf die verträumte, landwirtschaftlich orientierte Bauerschaft auswirkte. Mit der damaligen Eingliederung der Gemeinde Schönemoor (zu der Heide gehörte) in die Gemeinde Ganderkesee habe in Heide ein eindrucksvoller Aufschwung begonnen. Einen „Früher-Heute-Vergleich“ stellt die Gästeführerin bei ihrer nächsten Landpartie an: „Heide im Wandel“ heißt es am Sonntag, 8. Februar.

Wie sich der Ort entwickelte, macht die Heiderin anhand von Zahlen klar. 1925 habe Heide gerade mal 475 Einwohner gehabt. 1933 habe der Landkreis von Bauern Land abgekauft, damit (zwischen Eichen- und Tannenweg) eine erste Siedlung entstehen konnte. Die Preise scheinen heute sensationell: „7600 Reichsmark – für Haus und größeres Grundstück.“ Die Einwohnerzahl stieg (1933: 641).

Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte ein erneuter Anstieg – jetzt kamen Flüchtlinge und Vertriebene. Lehrer Kruse habe damals in der Schönemoorer Schule „auch ein Stück Integrationsarbeit“ geleistet. Viele der Neubürger blieben, wollten bauen. So sei 1950 am Heider Weg eine nächste Siedlung entstanden. „15 Steine“ seien damals der Stundenlohn in der Ziegelei gewesen – manch einer habe auf diese Weise das Baumaterial für die eigenen vier Wände zusammengespart.

Auch in dieser Zeit habe die Landwirtschaft das Bild im Dorf geprägt. „Milch wurde in Kannen zur Molkerei gefahren, Schweine wurden zur Besamung übers Feld zu Bauer Kruse getrieben.“ Denn Besamungstechniker habe es da noch nicht gegeben. Kruse, „Holzbein“ genannt, „hatte beides: Eber und Bullen“.

Nach der Gebietsreform des Jahres 1972 habe sich das Bild allmählich gewandelt. Gewerbe sei entstanden, die Einwohnerzahl wuchs, teils rasant (1.1.2015: 3768 Bürger mit Erst- und Zweitwohnsitz). Auch die Grundversorgung sei heute „ganz gut“.


Zurzeit, so sagt Schlüter, gebe es noch einen Bauernhof im Ort. Den werde man besuchen (was wohl auch für Kinder interessant sei).

Die Landpartie beginnt um 10 Uhr beim Netto-Markt. Die Teilnahme kostet 3 Euro, Kinder unter 16 Jahren gehen kostenfrei mit. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.