Bösel - Schwer hängen die dunklen Trauben an den Rebstöcken. Zwischen diesen steht das Ehepaar Maria und Theo Gelhaus und schneidet die Beeren von den Stöcken. Aus den Trauben der Sorte Spätburgunder, die das Ehepaar gerade in einer großen Wanne sammelt, keltert Gelhaus später Wein.

Bei den dunklen Trauben handelt es sich um eine der letzten Sorten, die Gelhaus in diesem Jahr erntet. Insgesamt 200 Rebstöcke wachsen an dem Südhang des Hahnenbergs, wie Gelhaus seinen Garten nennt. Der Name kommt von einem ehemaligen Hügel, der früher neben seinem Zuhause lag.

Neben dem Spätburgunder wachsen unter anderem auch Riesling, Roter Burgunder, Regent und Muscat bleau in dem Rebgarten. Seit September läuft die Ernte schon und Theo Gelhaus gibt einen Ausblick auf die Ausbeute: „Ungefähr 150 Liter werden wir wohl am Ende haben.“

Das wären immerhin rund 200 Flaschen Wein, was etwas weniger als im Vorjahr ist. Der Grund dafür, so Gelhaus, seien Wespen, die in den Reben im vergangenen Sommer großen Schaden angerichtet hätten. Im Jahr davor hatte Frost die Ernte beeinträchtigt.

Seit zwölf Jahren keltert Gelhaus nun schon seinen eigenen Wein. Dabei verzichtet er auf Zusatzstoffe wie Schwefel. Stolz zeigt der Rentner die Laborberichte, die über seinen Wein verfasst worden sind. „Er entspricht den EU-Vorgaben und auch deutschem Recht“, sagt Gelhaus.


Besonders gut wachse die Sorte Regent im norddeutschen Klima, verrät der Hobby-Winzer. In seinem Garten beginnt außerdem die Norddeutsche Weinstraße, die Gelhaus zusammen mit anderen Winzern ins Leben gerufen hat. Die Straße führt inzwischen über Lübeck bis nach Neubrandenburg.

Gleich nach der Ernte presst Gelhaus die Trauben aus und setzt Hefe an den Rebensaft. Danach heißt es warten, bis der Pilz seine Arbeit getan hat. Bis zu 15 Prozent Volumenalkohol können die Weine erreichen, sagt Gelhaus.

Einen Kundenkreis von 40 bis 50 Personen hat Gelhaus. Besonderen Absatz fände der Wein vom Hahnenberg in Bad Zwischenahn, wie Gelhaus verrät.

Aber nach der Ernte ist beim Weinbau auch immer vor der Ernte. Die Reben müssen bald entlaubt werden. Und vor dem Winterende müssen die Äste der Stöcke beschnitten werden, damit die Rebe mehr Energie für die Produktion von Trauben aufbringen kann.