Neusüdende - Neusüdende ist einer der jüngeren und kleineren Orte in der Gemeinde Rastede. Seinen 200. Geburtstag feierte das Dorf am letzten Samstag aber trotzdem ganz groß.
Etwa 200 Fotos und Dokumente hatte Torsten Wempe in der Schützenhalle ausgestellt und damit das Erbe seines im letzten Jahr verstorbenen Vaters Georg Wempe fortgeführt.
Gerd Cornelssen entdeckte sich gleich mehrfach auf den Bildern. „Ich bin 1935 in Neusüdende geboren und lebe seitdem hier. Lediglich von 1955 bis 1956 war ich in Amerika“, erzählt er. Anni Frers dagegen ist vor 58 Jahren durch ihre Heirat nach Neusüdende gezogen: „Ich habe mich von Anfang an hier wohl gefühlt“.
Vor 83 Jahren ist Herta Cramer in Neusüdende geboren und wohnt noch heute in ihrem Elternhaus: „Die gute Luft hält fit“, erzählt sie lachend. All diese Menschen übertrifft Anneliese Hagen, geborene Ripken: Sie hat vor 96 Jahre in Neusüdende das Licht der Welt erblickt und lebt heute im Neubau neben ihrem Elternhaus, der früheren Gastwirtschaft Ripken. Die agile Rentnerin und älteste Bewohnerin kennt nicht nur nahezu alle Personen auf den Fotos, sondern auch noch die Aufteilung vieler Räumlichkeiten in den Häusern: „Ich kann mich noch genau an die Stube des Lehrers erinnern“. Treffpunkte seien früher die beiden Bäckereien und die drei Gastwirtschaften gewesen – „das gibt es heute nicht mehr“.
Torsten Wempe, der in Wiefelstede lebt, hat sehr gerne das Erbe seines verstorbenen Vaters fortgeführt. „Mein Vater ist in Neusüdende aufgewachsen und 1965 nach Ofenerfeld gezogen, aber die Verbundenheit mit seinem Heimatort ist immer geblieben“.
Ein Gottesdienst mit den beiden Pastoren Gundolf Krauel (Pfarrbezirk Neusüdende II) und Pastor Christoph Müller (Pfarrbezirk Neusüdende I) im Saal der Boßelerburg eröffnete die Feierlichkeit am Nachmittag. Bürgermeister Dieter von Essen zollte dem Organisationsteam anerkennende Worte: „Solche Veranstaltungen entwickeln das Vereinsleben“. Landrat Jörg Bensberg stellte fest, dass die lebendige Dorfgemeinschaft, das gute Miteinander und die dörfliche Gemeinschaft Neusüdende attraktiv machen würden.
Eine Kaffeetafel mit selbst gebackenen Kuchen und Musik des Gesangvereins Neusüdende rundete das Programm am Nachmittag ab. Am Abend wurde zur Musik der „Zappelkiste“ gefeiert. Axel Nustede, Vorsitzender des Heimatvereins, sprach an der Boßelerburg am Borbeckerweg allen an der Organisation beteiligten Vereinen ein dickes Lob aus: „Die Vorbereitung hat vom ersten Tag an Spaß gemacht“. Sein Dank galt aber besonders Torsten Wempe und den Nachbarn für die Ausschmückung.
