Hooksiel - Die Ortsgruppe Wangerland der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) hat einen neuen Vorsitzenden: Sven Hannemann, der in den vergangenen zweieinhalb Jahren die Gruppe kommissarisch geleitet hat, wurde bei der Jahreshauptversammlung einstimmig gewählt. Wolfgang Schumann, der rund 30 Jahre im Vorstand mitgearbeitet hat, zog sich wie angekündigt aus dem Amt zurück. Wangerlands stellvertretende Bürgermeisterin Angelika Prieß-Tiemann sprach ihm den Dank der Gemeinde aus.

Dem Vorstand gehören außerdem Carsten Ihnken als zweiter Vorsitzender, Schatzmeister Ralf Knebel, die technischen Leiter Thorsten Knebel und Arne Schmöckel, Jörn Poppen für die Öffentlichkeitsarbeit und Justiziarin Angelika Prieß-Tiemann an.

In insgesamt 8268,5 Stunden haben die 601 Wangerländer Rettungsschwimmer zusammen mit Rettern aus Lienen, Reinhardshagen und Bad Hersfeld im vergangenen Jahr für Sicherheit an Wangerlands Stränden und in den beiden Bädern gesorgt. Dreimal retteten sie dabei Menschen vor dem Ertrinken, 350-mal leisteten sie Erste Hilfe, achtmal halfen sie Wassersportlern und siebenmal leisteten sie technische Hilfe.

Dabei, so Schumann in seinem Jahresbericht, bleibt es schwierig, die Wachen zu besetzen. Mit intensiver Jugendarbeit und Schwimmkursen versucht die DLRG, Nachwuchs zu fördern: Wie Arne Schmöckel, technischer Leiter Einsatz berichtete, hat die DLRG 2012 deutlich mehr Schwimmabzeichen bei den Kindern abgenommen. Die stellvertretende Landrätin Marianne Kaiser-Fuchs regte in ihrem Grußwort an, bereits in den Kindergärten für Schwimmkurse zu werben.

Immerhin, so Schmöckel, habe die Katastrophenschutzgruppe Zuwachs erhalten und sei rund um die Uhr einsatzbereit. Er wünschte sich, dass die Polizeidirektion schnellstens den Fahrzeugpark der Wangerländer DLRG erneuert: Der Transportbus sei inzwischen nur noch bedingt einsatzbereit.


In Reparatur befindet sich zurzeit auch das Rettungsboot „Wangerland 1“: Wie Thorsten Knebel, technischer Leiter Technik, berichtete, hatten die Retter im vergangenen Jahr Risse im Aluminiumrumpf festgestellt, durch die Wasser eindrang. Die DLRG bat die Luftwaffeninstandsetzungsgruppe 21 auf dem Fliegerhorst Upjever um Hilfe, nachdem mehrere Werften abgewunken hatten. Nun wird das Boot in Upjever repariert.

Ihre Aufgaben erfüllen kann die DLRG nur, wenn die Kasse stimmt. Schatzmeister Ralf Knebel berichtete, dass die Bereitschaft, Mitgliedsbeitrag zu zahlen, nicht bei jedem hoch sei: Fast 650 Euro fehlten in der Kasse, weil Mitglieder den Beitrag verweigerten.

Ute Draschba, Geschäftsführerin der Wangerland Touristik, dankte den Rettungsschwimmern für ihren Einsatz an den Stränden: „Sie sorgen für die Sicherheit von 2 Millionen Gästen.“ Sie kündigte an, dass für die DLRG an den Stränden zwei neue Wachhäuser – Container mit Ausblick – angeschafft werden. Auch die Zertifizierung der Strände als „Life Guarded Beach“ komme voran.