Wiesbaden - Viele Beschäftigte in Deutschland können sich über ein deutliches Plus auf dem Gehaltszettel freuen. Im ersten Quartal stiegen die Tarifgehälter durchschnittlich um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr, errechnete das Statistische Bundesamt. Da die Verbraucherpreise nahezu unverändert waren, dürfte auch unter dem Strich mehr bleiben.
Zwar gibt es noch keine Daten, wie sich die Löhne und Gehälter abzüglich Steuern und Sozialabgaben zu Jahresanfang entwickelt haben. „Aber man wird davon ausgehen können, dass bei den verfügbaren Einkommen ein reales Plus bleibt“, sagt Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung.
Auch in den kommenden Monaten dürften Beschäftigte von Lohnabschlüssen profitieren, die über der Inflationsrate liegen. So erhalten die mehr als 3,7 Millionen Mitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie seit April 3,4 Prozent mehr Geld. In der Chemie gibt es 2,8 Prozent mehr und im Steinkohlebergbau 3,6 Prozent.
Allerdings profitieren nicht alle Beschäftigten von den Abschlüssen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Bispinck zufolge sind „nur“ 58 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden. Zwar orientierten sich viele Betriebe an den Vereinbarungen. „Wie stark, hängt allerdings vor allem davon ab, wie stark tarifgebunden die Branche ist.“
Die Unterschiede zwischen einzelnen Wirtschaftszweigen sind enorm. So stiegen die Tarifgehälter beispielsweise in der Luftfahrt im ersten Quartal lediglich um 0,4 Prozent.
