Holle/Oldenburg - Entspannt lässt sich Mike Haye an diesem Freitagmittag in den blauen Stuhl vor sich fallen. Er legt die Beine hoch, wirkt routiniert, lacht und scherzt mit den Pflegekräften vom Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Oldenburg. Links und rechts von ihm stehen Maschinen. Doch die ignoriert er völlig. Dann kommt Peter Look, Teamchef vom Blutspendedienst, und sticht ihm die Nadel mit Schläuchen in die Venen seiner Arme. Ein nervöser Mike Haye ist auch jetzt nicht zu sehen.

Es ist sein 200. Mal, dass der 23-Jährige Blut beziehungsweise Thrombozyten spendet und er macht es gern: „Ich kann damit anderen Menschen helfen und das macht mir sehr viel Freude“. So haben häufig Krebspatienten nach der Chemotherapie ein Thrombozytendefizit. Die Thrombozyten seien aber eben für die Blutgerinnung sehr wichtig. „Sie bilden das Pflaster von innen“, sagt Look.

Seit seinem 18. Lebensjahr spendet der Fleischermeister aus Holle nun Vollblut und seit seinem 19. auch Thrombozyten. Hayes Mutter hatte die Idee zu diesem ehrenamtlichen Einsatz.

Die erste Spende sei schon merkwürdig gewesen, gesteht der Holler. Doch das habe sich dann schnell gegeben. Nur an eines könne er sich bis heute nicht gewöhnen: „Das Abreißen des Pflasters über dem Wattetupfer danach mag ich überhaupt nicht.“

Seine 200. Spende honorierte auch das Pflegeteam des DRK, allen voran Dr. Philipp Schenck, mit einem großen Präsentkorb. „Mike Haye ist ein unkomplizierter und sehr zuverlässiger Spender, der Spaß am Spenden hat“, freut sich der Arzt. Diese Art der Freiwilligkeit sei längst keine Selbstverständlichkeit mehr, sagt Look. Denn das ist alles ehrenamtlich und werde nicht bezahlt, fügt er hinzu. Etwa 30 Spender seien es täglich, die zum Blutspendedienst kämen. Dabei werden einige von ihnen auch je nach Bedarfslage angerufen, berichten die Pflegekräfte. Und vor allem junge Spender sind gefragt. Herauskristallisiert habe sich nämlich, dass die Blutspender, die kämen, immer die gleichen seien und je jünger diese sind, desto besser wäre das, so der Arzt.