Hannover - Heiraten, sich im Job etablieren, eine Familie gründen – im Alter zwischen 25 und 39 Jahren müssen Menschen oft viele Anforderungen erfüllen. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit warnt vor den Belastungen in der sogenannten „Rushhour“ des Lebens: „Da werden die Weichen gestellt für spätere chronische Erkrankungen“, sagte DAK-Landeschefin Regina Schulz am Dienstag.
Menschen zwischen 25 und 39 seien zwar seltener krankgeschrieben als Jüngere oder Ältere, erläuterte Susanne Hildebrandt vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung in Berlin. Doch bei den psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Rückenschmerzen weisen sie bereits deutlich mehr Fehltage auf als Jüngere. Auf 100 Versicherte kamen in Niedersachsen laut einer repräsentativen Untersuchung des Institutes in der Altersgruppe 63 Fehltage wegen Depressionen, bei den Jüngeren waren es nur 24.
Das Institut und die Krankenkasse haben den Angaben zufolge für den DAK-Gesundheitsreport den Krankenstand der Mitglieder analysiert sowie bundesweit mehr als 3000 Männer und Frauen im Alter von 25 bis 39 befragt. Damit diese Menschen leistungsfähig blieben, müssten Arbeitgeber noch mehr in die Gesundheit der Mitarbeiter investieren, so Schulz.
Der Krankenstand in Niedersachsen habe sich in 2013 gegenüber dem Vorjahr leicht auf 3,9 Prozent (Bundesdurchschnitt 4,0 Prozent) erhöht. Auffällig sei, dass die Ausfalltage durch psychische Erkrankungen stetig stiegen. Sie hätten sich in den vergangenen 13 Jahren verdoppelt und machten in Niedersachsen derzeit 15 Prozent aller Fehltage aus. Bezogen auf 100 Arbeitnehmer sei die Zahl der Fehltage wegen Erkältungen von 182 auf 235 geklettert.
