Oldenburg - 25 Verbände rufen die EU-Kommission auf, die aktuellen Pläne für einen flächendeckenden Ausbau der Internet-Geschwindigkeiten mithilfe der „Vectoring“-Technologie bei den so genannten Kabelverzweigern zu kippen und Konkurrenz zuzulassen. Die Bundesnetzagentur hatte grünes Licht für den Netzausbau auf Basis der Kupferleitungen gegeben, aktuell wird die Telekom favorisiert. Jetzt hat offenbar Brüssel das letzte Wort.

Die Entscheidung „verzögert und verteuert den dringend erforderlichen weiteren Glasfaserausbau anstatt ihn zu beschleunigen“, kritisierten die Unterzeichner. Dazu gehören neben Verbänden der Telekom-Wettbewerber wie VATM auch der Bauernverband, der Landfrauenverband und der Städtetag.

Wie mehrfach berichtet, hat auch die EWE starkes Interesse am Ausbau schneller Leitungen. Vorstandsmitglied Nikolaus Behr wiederholte bei der Versammlung des EWE-Verbandes in Oldenburg die Kritik am gegenwärtigen Stand – Favorisierung der Telekom beim „Vectoring“. Bei dieser Technologie an den Verteilerkästen kann nur ein Anbieter zum Zuge kommen.

Man gehe gegen den aktuellen Stand „entschlossen vor“, so Behr. Dazu wurde eine Unterschriftenliste der Vertreter von Städten und Landkreisen des EWE-Gebiets an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auf den Weg gebracht. Er soll sich bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel dafür einsetzen, „das bessere Angebot“ der EWE (Behr) anzunehmen. Dies sei nicht nur EWE-Thema, betonte Landrat Sven Ambrosy (Friesland) als Vorsitzender des EWE-Verbandsausschusses. Es gehe bundesweit um Abhängigkeit und und Vielfalt der Anbieter.